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Autor Thema: Das Haupttor  (Gelesen 3086 mal)

MCM aka k10071995

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Das Haupttor
« am: 11. Mär 2009, 16:27 »
Arafaron von "Vor den Toren"


Der Mond war schon untergegangen und die Sonne war kurz vor dem Aufgehen, als Arafaron vor dem Tor Isengarts stand und auf den Mund, die Orkwache und zwölf Bogenschützen mit gespannten Sehnen, acht Meter über ihm, blickte. Ihm war etwas mulmig zumute, aber er zeigte nichts davon. Schließlich eröffnete der Mund das Gespräch mit einer scharfen Frage:
"Was sucht ein Mensch, der kein Dunländer ist, vielleicht sogar ein Waldläufer aus dem Norden, vor den Toren Isengarts? Ist er hier, um zerstückelt zu werden, als gerechte Strafe für sein Wiedersetzen gegenüber Sauron, dem rechtmäßigen Herrscher Mittelerdes?"
"Nein, dass ist er nicht. Er ist gekommen um dem Mund des großen Gebieters, dem Statthalter Isengarts, seinen Dienst anzubieten"
"Sieh an. Und warum sieht ein Waldläufer, der zu den größten Aufrührern gehört plötzlich seinen Fehler ein und begibt sich unter die gnädige Hand des Herrn von Barad-Dur?"
"Weil ich weiß, dass es meine einzige Chance ist, mich nicht zu verkriechen. Weil ich lieber auf der Siegerseite stehe. Außerdem hat niemals jemand etwas für mich getan. Warum sollte ich sie nicht verraten?"
"Und warum sollte ich euch nichts einfach hier erschießen lassen, Verlassener?"
"Weil ich ein sehr guter Schwertkämpfer und Anfüher bin. Schickt mir euren besten und kräftigsten Uruk, ich werde ihn töten."
"Das will ich sehen,"lachte der Mund leise und setze dann laut hinzu:" Bringt mir Ishihosch. Wenn dieser Waldläufer so gut ist, wie er behauptet, ist der Verlust verschmerzbar."

Natürlich war dieser Ishihosch nicht der beste Soldat vom Mund. Dieser war nicht so dumm, das Leben seines besten Krieger unnötig zu riskieren. Nach wenigen Minuten öffnete sich schließlich das Tor und Arafaron blickte auf einige Dutzend Uruk-Hai, weder besonders schwer noch besonder leicht bewaffnet, die hinter dem Tor standen. Der Waldläufer atmete tief durch und blickte dem größten Uruk direkt in die blutroten, stechenden Augen. Ishihosch, ein kräftiger Krieger mit schwarzem Kettenhemd, Berserkerblut in den Adern und einem Scimtar der Uruk-Hai, löste sich aus der Masse und marschierte auf Arafaron zu. Als sie nur noch wenige Meter von einander entfernt waren, rannten die Orks plötzlich aus dem Torbogen und umringten die zwei. Alle Orks trugen  Speere oder lange Schwerter, die sie in die Mitte des Kreises reckten. Ein tödlicher Ring mit einigen Quadratmetern Inhalt für ein Duell auf Leben und Tod. Der Mund richtete noch einmal das Wort an sie:
"Wenn dieser Waldläufer siegt, werde ich ihn unter der schützenden Hand des dunklen Herschers aufnehmen. Wenn Ishihosch siegt, wird er zum Hauptmann gemacht. Nun denn, fangt an."
Nur einen Bruchteil nach dem verklingen der Worte sprang Ishihosch auf Arafaon zu. Dieser machte eine Hechtrolle nach links und der Uruk krachte in die Speerreihe. Der Waldläufer dachte schon, es wäre vorbei, aber sein Gegner machte einen Schritt rückwärts und zog sich einen Speerschaft aus der Schulter. Blut lief in Strömen aus der offenen Wunde. "Drecksack," brüllte er, "Jetzt stirbst du."
Arafaron wurde überumpelt, er hatte damit gerechnet, dass eine solche Wunde seinen Feind mindestens kampfunfähig machen würde. Im letzen Moment blockte er noch einen Schlag von oben, seinen Genger schien die tiefe Wunde überhaupt nicht zu behindern. Der Schlag kam sehr kräftig und hinterlies eine Scharte im Schwertstahl , ehe die Klinge abrutschte und ihm am linken Arm verletze. Fortan wich Arafaron lieber aus, als sein Schwert weiter der Gefahr eines Splitterns auszusetzen. Es war ein recht einseitiger Kampf, der Waldläufer legte es darauf an, dass sich sein Gegner erschöpfte. Als nach guten zehn Minuten noch immer keine Ermüdung zu spüren war, änderte er seine Taktik.
Er versuchte nun, seinen Gegner erneut in die Speere zu locken, aber der Uruk war zu schlau dazu. Nach noch einmal fünf Minuten konnte Arafaron schließlich beide Klingen an der linken Seite blockieren. Er nutzte sofort seine Gelegenheit, schnellte vor und brach dem Uruk die Nase. Dieser brüllte darauf schmerzhaft und schlug nach dem Waldläufer. Dieser jedoch sprang zurück, wurde nur leicht gestriffen und wartete auf eine Reaktion. Die kam prompt, als sein Gegner den weggeworfenen Speer wieder aufhob und ihn nach dem Waldläufer schleuderte. Arafaron wich aus und so traf der Speer den Ork hinter ihm. Dieser röchelte und brach zusammen. Da kam dem Waldläufer eine Idee:
"Ich dachte, du wolltest mich töten? Bist du dazu zu dumm oder was ist?" Der Uruk brüllte darauf erneut und griff ihn an. Arafaron änderte nun sein Kampfverhalten und ließ ihn nicht einmal in seine Nähe. Dadurch wurde der Uruk-Hai, von Arafarons Kommentaren angestachelt, noch wütender. Schließlich war also Wut sein Ende.
"Na? Immer noch nicht? Töte Mich, töte mich. Auf, auf. Oder hast du Angst vor dem direkten Kontakt? Bist du etwa zu schwach für den richtigen Kampf?"
Dieser Kommentar brachte das Fass zum Überlaufen-mit einem Wutgebrüll, dass den Orthanc erzittern ließ, warf Ishihosch sein Schwert nach Arafaron. Das war der Moment, auf den deiser gewartet hatte. Er ließ sich auf den Boden fallen und sprang sofort wieder auf. Diesmal waren die Orks gewarnt und der Ring öffnete sich für das Schwert. Es schepperte gegen das Tor. Mit diesem Geräusch kam Ishihosch zu Besinnung. Er blickte auf seine leeren Hände und dann auf Arafaron, der auf ihn zusprintete. Der Uruk begriff zu spät und wollte ausweichen, aber der Waldläufer war zu schnell für ihn. Mit einem ekeleregenden Geräusch drang die Klinge eines Dunedain in den Körper des Uruk-Hais, von der Schulter bis zum Herz und bleib im Brustkorb stecken.
Die Orks blickten fassungslos auf den Leichnahm. Arafaron erkannte aber auch einige erfreut blickende Gesichter, offenbar war Ishihosch noch schlimmer gewesen als der Rest. Sein Blick wanderte umher und blieb schließlich am Mund hängen. Arafaron meinte unter dem verdeckten Gesicht ein diebisches Lächeln zu erkennen.
Der Mund des großen Gebieters verlies das Tor und kam herunter. Die Orks traten auseinander und der Mund richtete das Wort an Arafaron:
"Du hast Ischihosch besiegt. Und wurdest nur leicht verletzt. Wir brauchen gute Krieger hier in Isengart, vor allem weil wir uns gerade in einer schwierigen Truppenlage befinden.Sei willkommen im Dienst des Dunklen Herschers. Aber sei gewarnt, wir können uns keine Gefahr leisten. Wenn hier jemand Ärger macht, wird das sein Ende sein."


Arafaron zur östlichen Mauer
« Letzte Änderung: 19. Feb 2016, 10:09 von Fine »

Es kommt immer darauf an, etwas zu tun, was der Gegner nicht erwartet.


MCM aka k10071995

  • Bezwinger der Toten
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  • Beiträge: 3.848
Re: Das Haupttor
« Antwort #1 am: 26. Apr 2009, 13:20 »
Arafaron vom der östlichen Mauer


Die Mauer war vollendet. Ein Monat Arbeit war vorbei. Ein Monat voll Blasen, zerschundenen Händen und voll Qual. Doch statt Ruhepausen gab es in Isengart nur weitere Arbeit, die in diesem Fall aus Holzhacken bestand. Direkt am Tag nach der Inspektion wurde der Trupp mit Äxten bewaffnet auf den Fangorn losgelassen. Einige Dunländer waren beunruhigt, sie erinnerten sich sehr wohl an die Ents.
Als die Sonne über dem Nan Curunir aufging, wurden sie losgeschickt. Doch ehe sie das Tor erreichten, wurde es geöffnet und ein toter Ork wurde von zwei Uruks hereingetragen. Sofort schickte einer von ihnen nach dem Mund. Keine fünf Minuten später stand der neue Herr von Isengart vor den Uruk-Hai.
"Was ist mit ihm? Was ist das besondere daran, wenn wieder einmal eine Patrullie so endet?" Arafaron schauerte bei dieser kalten, herzlosen Stimme.
"Er war der Anführer eines Trupps, der vor drei Tagen hier aufgebrochen ist. Sein Name ist Yargul." Der Vokal E klang komisch, als sei der Ork es nicht gewohnt, ihn auszusprechen, und das R hörte sich fast wie ein Hauchen an. Arafaron war dies von allen Orks gewöhnt, aber bei diesem war es noch deutlich ausgeprägter als bei den anderen.
"Und?" Die Stimme des Mundes klang, bis auf die immer vorhandene Kälte, absolut neutral.
"Wir haben ihn schwer verwundet auf der Straße hierher gefunden. Er sagte uns den Namen und seinen Rang. Seine Stimme war schon sehr schwach."
"Und?" Die Stimme klang wieder neutral, aber ein Hauch von Gefährlichkeit lag darin.
"Er röchelte Wald, Feind, stark, Wald und Krieger tot. Danach brach er zusammen und wir haben ihn hierher getragen."
Ein Raunen ging durch die Menge der Orks und Dunländer. Der Mund reagierte sofort:
"Snaga! Du sammelst dir die hundert kräftigsten Uruks, die du finden kannst, und marschierst mit ihnen in den Fangorn."
Arafaron atmete tief durch und sagte:
"Mylord. Ich bin hierhergekommen, um Sauron, dem Herrn der Erde, furchtlos im Kampf zu dienen. Ich möchte diesen Trupp begleiten."
"Das ehrt dich, solche Soldaten kann ich gebrauchen. Allerding wohl eher hier, falls diese Narren angreifen." Der Mund lächelte hinterhältig.
Snaga meldete sich erneut:
"Wir sind bereit, Herr."
"Gut. Marschiert entlang dem östlichen Rand dieses verfluchten Waldes. Zündet ihn an, wo immer ihr könnt."
Die Uruks marschierten durch das Tor. Snaga folgte ihnen, nachdem er sich vergewissert hatte, dasss sich niemand noch in Isengart befand. Überflüssig, aber wenn der Mund deine Arbeit überwacht, kontrollierst du besser alles dreimal.
Noch einige Minuten standen die Dunländer und Arafaron einfach da, dann krachte eine Peitsche in der Luft.
"Los, ihr Maden. Es gibt keinen Grund, hier faul rumzustehen."


Arafaron zu den Baracken
« Letzte Änderung: 19. Feb 2016, 10:15 von Fine »

Es kommt immer darauf an, etwas zu tun, was der Gegner nicht erwartet.


Tom Bombadil

  • Gesandter der Freien Völker
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Re: Das Haupttor
« Antwort #2 am: 26. Apr 2009, 22:12 »
Nerblog vom Rand des Fangorns


Bei jedem Schritt des Orks, der Nerblog trug, zuckte ein stärker werdender Schmerz durch seinen Körper. Die nächtliche Graslandschaft zog kurz vor seinem Gesicht vorüber, doch darauf konnte er sich gerade nicht wirklich konzentrieren. Der Schmerz nahm ihm jegliche Möglichkeit, zu denken. Zudem stieg ihm der widerliche Gestank des Gark'urks in die Nase, der ihn trug.
Nach einer Unendlichkeit bemerkte Nerblog, dass sie ein großes Tor passierten. Nerblog wurde in eine Schlammpfütze abgesetzt und musste sich zusammenreißen, um bei Be- wusstsein zu bleiben. Die Ork-Kompanie löste sich in dem hell erleuchteten Torbereich auf, und nur Snaga und Galophor blieben in der Nähe des Ostlings.
"Ich hole ihn und du passt auf den Kerl auf", erklärte Snaga dem kräftigen Ork. Dieser nickte und lehnte sich gelassen an  die massive Steinwand des Tores direkt neben Nerblog.
Der Ostling beachtete seinen Bewacher kaum und betrachtete mit verschwommenem Blick die Umgebung. Das Schlammwasser, in dem er lag, durchdrang seine Kleidung und die demolierte Lederrüstung und ließ ihn vor Kälte zittern.
Dennoch behielt er einige Eindrücke in Erinnerung:
Vom Tor führte ein einziger, matschiger Pfad hin zum hohen, dunklen Turmin der Mitte des Walls. Überall innerhalb der Mauern standen Baracken und waren tiefe Gruben ausgehoben worden, aus denen das Licht von Schmelzöfen drang. Überall arbeiteten selbst jetzt in der Nacht Orks, kräftige, bärtige Menschen und andere. Schmerter wurden Funken sprühend geschliffen, Holzstämme zersägt und Mauern mit Mörtel und Felsbro- cken ausgebessert.
Die Kälte in Nerblogs Körper verstärkte sich noch und siene Zähne begannen zu klappern. Snagas Stimme durchschnitt abermals die Nacht. "Deine Arbeit für heute ist getan! Nimm dir deine Ration und leg dich schlafen!"Galophor grunzte und machte sich davon in die Katakomben der kleinen Stadt.
"Das ist er, Herr!", sagte der Hauptmann zu jemandem, den der Ostling nicht sehen konnte.
"Aus dem Osten kämet ihr, hat man mir gesagt", ertönte nun eine tiefe, schallende Stimme, die Nerblog bis ins Mark erschütterte und in seinem Inneren vielfach wieder-klang.
"W... Wer ssseid ihr?", fragte Nerblog zitternd. Sein glasiger Blick starrte in die Leere über ihm.
"Ich? Ihr wollt doch nicht beleidigen? Ihr gebt euch als meines Meisters Bote aus, und wisst nicht mal, wem ihr Botschaft bringt? Dass ich nicht lache."
Die alles durchdringende Stimme lähmte Nerblog, sodass er nichts anderes tun konnte, als den finsteren Worten dieses Zauberers zu lauschen.
"Doch wenn ihr nicht im Dienst des Herrschers seid, wem dient ihr dann?"
Nerblog verkramfte sich. Er spürte, wie eine fremde Präsenz an seinem Geist nagte und ihm Informationen aussaugte wie eine Spinnen einen Käfer aussaugt.
"Hm, ein Exilant also seid ihr. Ah. Ihr habt mich gar neugierig gemacht, Nerblog, Delblogs Sohn. Tief seid ihr gesunken, da ihr im Schlamm vor mir lieget, doch immer schon sagte ich, dass die Ostmenschen nichts als untreues Pack sind."
Die Stimme lachte.
"Snaga! In den Turm mit ihm! Ich möchte doch nicht, dass er mir hier einfach wegstirbt. Gib ihm ein ordentliches Zimmer. Ich habe etwas mit ihm vor."
Wieder dieses herzlose, einschläfernde Lachen. Nerblogs Blick verschleierte sich nun vollends und das Bewusstsein entglitt seinem Geist.   


Nerblog in den Orthanc
« Letzte Änderung: 12. Feb 2016, 10:51 von Fine »
manana