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Autor Thema: Westgrenze Lóriens  (Gelesen 6005 mal)

The Chaosnight

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Westgrenze Lóriens
« am: 15. Apr 2008, 06:31 »
Aiwyn, Maethor, Bogan, Garwair und Barlae von den Pfaden des Düsterwalds


Als sie die Bäume aus der Ferne sahen, blieben Bogan und Garwair, die etwas vor den anderen gegangen waren wie angewurzelt stehen.
„Das ist ja...wunderschön“, hörte Aiwyn sie staunen. Sie selbst war jedoch nicht sonderlich von dem Anblick angetan.
Ganz toll, fast so wie der erste Eindruck, den ich von dem Elben hatte. So wie er für mich wie ein verwöhnter Menschenprinz aussah, sieht das aus der Ferne wie die Reiche in den Kindergeschichten aus. Hoffentlich ist mein erster Eindruck erneut falsch, denn das wäre zu viel für mich

„Was denkst du zu Lorien“, fragte sie Barlae.
Sie zögerte kurz und sagte schließlich: „Ich weiß nicht recht, die Bäume sehen für meinen Geschmack recht unecht aus, es wirkt ganz wie das Hexenreich, was die Flüchtlinge aus Rohan beschrieben hatten. Ich hoffe nur, dass im Wald nicht diese Hexe wohnt, von der sie immer erzählten.“
Hexe, Hexenreich? Wie gut, dass wir unser Reiseziel so gut kannten, bevor wir losgingen. Ich hoffe doch, dass auch dies Gerüchte bleiben.

„Soll das Lorien, die ach so Gerüchte umwobene Festung der Elben, eine der sichersten Orte Mittelerdes und elbische Hochburg sein? Sieht es nur so aus oder ist es nichts als ein goldener Wald“, fragte sie Maethor, ihre Hoffnung, bei dieser Lage doch lieber eine Elbenhexe im Reich zu haben, verschwieg sie.
« Letzte Änderung: 22. Feb 2018, 15:34 von Fine »
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Re: Grenze Loriens
« Antwort #1 am: 19. Apr 2008, 13:27 »
Maethor musste bei ihren Worten unwillkürlich grinsen.

"Eine Hochburg muss nicht immer durch Mauern geschützt sein, Mädchen", erwiderte er. "Und ja, es ist tatsächlich nichts weiter als ein goldener Wald, zumindest für euch. In seinem Herzen befindet sich Caras Galadhon, die Stadt in den Bäumen, doch sie darf nur von Elben betreten werden."

Damit setzte er sich wieder in Bewegung.

"Dennoch ist der Ort so sicher, wie nach Annatars erneuter Machtergreifung noch ein Ort sein kann. Schließlich wird er von der Magie der Herrin Galadriel geschützt... und auch von elbischen Grenzwachen. Ihr solltet euch schonmal überlegen, was ihr denen erzählen wollt."
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Re: Grenze Loriens
« Antwort #2 am: 24. Apr 2008, 16:53 »
Nachdem sie nach weniger Zeit den Wald betreten hatten, kamen ihnen schon sofort drei stattliche Elben entgegen, die allesamt ein Schwert an ihrer Seite hatten, das sie jedoch noch nicht gezogen hatten.
Der eine sprach, als er vor der Gruppe stand: „Noch nie kam ein Ostling nach Lorien und nach der neueren Entwicklung sehen wir auch keinen Grund, dies jetzt zu ändern. Wärt ihr nicht in Begleitung Maethors, der uns bekannt ist, hätten wir euch schon vor vielen Metern erschossen, sagt also besser, was ihr hier sucht, denn der Schutz eines einzelnen Elbes ist nicht genug, um in die Gefahr zu geraten, unser ganzes Volk ausgelöscht zu sehen. Sagt nun, was ihr hier sucht, dann könnt ihr vielleicht von dannen ziehen oder euch zu den anderen Flüchtlingen gesellen.“
Bevor Aiwyn antwortete, ließ sie sich noch einmal alles durch den Kopf gehen, was Maethor und der Elb vor ihr gesagt hatten und was sie aus dem Osten über die Elben †™erfahren†™ hatte.
„Bevor ich antworte, offenbart erst einmal die Bogenschützen auf den Bäumen“, antwortete sie, „ich schätze es nämlich gar nicht, wenn man erst ausgequetscht und dann aus dem Hinterhalt angegriffen wird.“
„Ich weiß nicht, was ihr meint, über uns wissen zu wollen“, antwortete der Elb.
„Wenn das so ist, habt ihr sicherlich nichts dagegen, wenn ich das tu“, sagte Aiwyn, dann zog sie ihren Dolch (die beiden Elben um den, der mit Aiwyn sprach, legten ihre Hand an ihre Schwerter) und zielte auf einen Baum in der Nähe, „Hättet ihr lieber diesen Baum“, dann ging sie der Reihe nach mehrere andere Bäume durch, „Diesen oder doch lieber diesen?“
Nachdem der Elb mit ausdruckslosem Gesicht schwieg, steckte Aiwyn ihren Dolch wieder weg und griff sich stattdessen einen herumliegenden Stein, den sie bevor irgendwer anderes etwas sage konnte gegen einen der hohen Bäume warf.
Ein Zwischending zwischen ersticktem Schrei und Fluchen ertönte kurz vom Baum, worauf Aiwyn zum Elben spottete: „Seid froh, dass es nur der Stein war, würdet ihr nun bitte?“
Die beiden anderen Elben zogen ihre Schwerter und sahen Aiwyn zornig an, doch der Sprecher sagte zu ihnen etwas auf Elbisch, worauf diese ihre Schwerter wieder in die Scheide steckten und einen Schritt zurückgingen.
Er sagte: „Normalerweise würden wir euch für eine solche Frechheit den Kopf abschlagen, doch noch reicht die Macht eurer Begleitung, um euer Leben zu verschonen. Sagt nun, was euch nach Lorien brachte, sonst sehe ich mich gezwungen, einen eurer Begleiter zu fragen. Wenn ihr darauf besteht, unsere Bogenschützen zu sehen, werde ich sie hervorrufen, eure Gruppe ist bis auf weiteres eh nicht in der Lage, den Wald zu verlassen, bis unsere Herrin es erlaubt.“
Daraufhin kamen von mehreren Bäumen in der Nähe Elben zum Vorschein, die allesamt einen Bogen in der Hand hielten und entweder überrascht oder wütend wirkten.
„Euer Verlangen habe ich erfüllt, erfüllt nun euer!“
-„Wie ihr schon erkannt habt, komme ich aus dem Osten, allerdings wurde ich vor sechs Jahren von dort verbannt, da ich kein Interesse pflegte, mich als Druckmittel verkaufen zu lassen.  Vom Osten kam ich nach Seestadt, wo ich bis vor kurzem lebte, bis ich dort aufgrund meiner Herkunft ins Gefängnis geworfen wurde. Als ich von dort in den Düsterwald floh, sah ich nichts außer absolute Leere und Stille im Osten und Überreste einer Orkarmee, die die Menschenlager im Westen zerstört hatte. Wir kamen hier her, um unsere Waffen für die kommende Schlacht und die Rohstoffe hinter uns anzubieten und wieder zeitweise einen festen Aufenthaltsort zu haben. Von der Orkbedrohung und dem steigenden Schatten im Wald wisst ihr wahrscheinlich, wenn ich eure Sicherheitsvorkehrungen richtig deute.“
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Re: Grenze Loriens
« Antwort #3 am: 24. Apr 2008, 19:19 »
Maethor hatte die gesamte Szene mit unbewegter Mine beobachtet. Fast hätte er schon mit einem Kampf gerechnet, und sich überlegt, ob er in diesem Fall einschreiten sollte oder nicht. Im Falle einer Schlacht wären die elbischen Wächter deutlich wertvoller als das Ostling-Mädchen... Doch wie es aussieht, blieb ihm die Entscheidung erspart.

Diese Närrin wird sich noch ins Grab bringen... sie kann froh sein, dass die Elben Lothloriens nicht die Monster sind, für die sie sie gehalten hat.

"Ganz recht, wir wissen davon", erwiderte der Wächter. "Wir wissen auch von den Spionen Saurons, die er überallhin entsendet, um den Weg für seine Invasion zu bereiten... ihr habt nicht eben eure Vertrauensseligkeit unter Beweis gestellt. Nennt mir auch nur einen Grund, warum ich euch hereinlassen sollte."

"Weil Annatar zu schlau hierfür ist", warf Maethor ein und trat vor, bevor Aiwyn sich wieder "das geht euch gar nichts an" verteidigen konnte. Er wäre ein Narr gewesen, wenn er Blutvergießen unter Verbündeten im Kampf zugelassen hätte.
"Denkt einmal darüber nach", fuhr er fort. "Wenn der Herr von Mordor uns täuschen wollte, würde er keine Spione entsenden, deren erste Tat es ist, mit Messern nach uns zu werfen und die das Aussehen eines Ostlings tragen. Vielmehr würde er einen Vasallen schicken, der schön wie der Morgen ist und wortgewandter als jeder Elb. Er würde unser Vertrauen schon gewonnen haben, bevor er überhaupt die Stimme erhoben hätte."

Der Wächter schien einen Moment darüber nachzudenken.
"Da habt ihr durchaus recht, Maethor... doch ich kann nicht das geringste Risiko eingehen.  Zu viel steht auf dem Spiel, um nach Vermutungen zu handeln, auch wenn es die Vermutungen eines Mannes mit Erfahrung auf diesem Gebiet sind."

"Recht habt ihr, Grenzwächter", erwiderte Maethor. "Ich kenne das Risiko, und weiß, dass man seiner Macht nicht mehr entkommt, wenn er einen einmal in den Fingern der Illusion umklammert hält." Er spürte eine leichte Genugtuung, dass sich die Wächter Loriens nicht so leicht überzeugen ließen. Vielleicht bestand ja doch noch ein wenig Hoffnung.
"Doch seht euch ihre Begleitung an." Maethor schritt zu Aiwyns Karren und machte eine ausholende Bewegung. "Einen Mann aus Thal mag Annatar noch unter seinen Zauber bringen können, doch dies wäre das erste mal, dass er sich eines kleinen Kinders bedient - noch dazu einer Beorninga, die für ihre Willensstärke bekannt sind."   

Eine Weile lang herrschte Stille. Der Wächter schien nachzudenken, doch weiterhin blieben alle Bögen auf Aiwyn gerichtet. Erst nach einer Weile senkten sie die Waffen.

"Willkommen in Lorien", meinte er schließlich. "Doch wisset, dass euch dennoch nur der äußere Teil des Waldes offen steht. Mit Nahrung und Kleidern werdet ihr versorgt werden."
« Letzte Änderung: 24. Apr 2008, 19:21 von Lord of Mordor »
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Re: Grenze Loriens
« Antwort #4 am: 28. Apr 2008, 20:02 »
Aiwyn funkelte die Elben zornig an, denn gerade, als sie dachte, dass sie furchtlose und ehrenhafte Kämpfer wären, sah sie, wie sie sich auf Bäumen versteckten und von dort Leute jederzeit mit dem Bogen erschießen könnten.
Sollte ich mich nach dem Treffen mit Maethor so in den Elben geirrt haben? Diese scheinen sich vom Verhalten ja sehr von ihm unterscheiden und ähneln ziemlich dem hinterhältigem Dreckspack, von dem ich immer gehört hatte; ich hoffe doch, dass  es im übrigen Lorien besser aussieht.
Mit einem verachtenden Blick zu den Bogenschützen auf den Bäumen ging Aiwyn an dem Elb vor ihr vorbei, um möglichst schnell Abstand von den Grenzwächtern zu bekommen und auch einen Platz zum Ausruhen zu finden, denn nun merkte sie erst, wie sehr sie der Kampf, die Reise und das Ziehen des Karrens erschöpft hatten.


Aiwyn und Maethor nach: Wälder Lothloriens II
« Letzte Änderung: 11. Feb 2016, 13:37 von Fine »
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Re: Grenze Loriens
« Antwort #5 am: 6. Nov 2008, 22:07 »
Antien von Imladris


Mit bedächtigen Schritten verließ Antien den Weg aus den Nebelbergen und betrat die Wälder Lothloriens. Sein bisheriger Weg lag überwiegend unter dem freien Himmel und dieser Anblick hatte ihn fasziniert, aber unter den grünen Dächern eines Waldes fühlte er sich einfach wohl. Es kam ihm fast wie sein zu Hause vor, obwohl Lórien in so vielen feinen Dingen anders war. Das Licht fiel wärmer durch die Lücken zwischen den Blättern, die Luft roch frischer, belebter und das Moos unter seinen Füßen gab weniger nach, als er es gewohnt war.

Seine Begleiter aus Bruchtal wollten den Wald auf einem ihnen bekannten Pfad weiter nördlich betreten, deswegen hatte sich Antien von ihnen verabschiedet um nun wieder auf eigene Faust die Natur zu erkunden.
So lief er immer tiefer in die Wälder Lóriens hinein und erfreute sich an der seltsam vertrauten und doch fremden Umgebung. Nach einer Weile vernahmen seine Ohren in der Ferne eine schöne Musik. Interessiert beschleunigte Antien seine Schritte und folgte den harmonischen Klängen. Es dauerte nicht lange, bis er die ersten Elbenbauten erreichte und staunend an ihnen vorbeilief. Goldene Laternen erhellten die Umgebung, Stühle und Tische standen in luftigen Pavillons und gewaltige Mallornbäume säumten seinen Weg, mit verschnörkelten Häusern in ihren hohen Kronen.
Schließlich traf er auf eine Gruppe singender Menschen und Zwerge, die freudig zusammen saßen, tanzten und aus tiefen Bechern tranken. Ihr Gesang klang rau und oft sangen sie unterschiedliche Texte, aber dennoch gefiel Antien ihr Rhythmus.

„Heyo, meine Freunde! Was für eine ausgelassene Feier ihr hier habt.“
„Willkommen in unserer Runde, werter Elb. Ihr seid herzlich eingeladen unseren Sieg mit uns zusammen zu begießen!“, sagte einer der Menschen und nahm einen tiefen Schluck aus seinem Krug. Die anderen stimmten ihm zu und johlten.
Antien lächelte über ihre Ausgelassenheit und sein Herz erwärmte sich. „Nur zu gern werde ich mich euch anschließen und mit euch singen, doch vorher muss ich noch eine Aufgabe beenden. Könnt ihr mir sagen, wo ich Gandalf den Zauberer finden kann?“
Ein Mensch mit langen dunklen Haaren blickte ihn verwundert an, bevor er zu ihm sprach. „Der alte Griesgram wird euch kein Trinklied beibringen. Sein Ernst raubt ihm momentan alle Freude. Aber gut, ihr werdet ihn wahrscheinlich im Palast der weißen Herrin finden. Folgt einfach den Harfenklängen, sie werden euch leiten. Falls ihr Gandalf nicht auf dem Weg trefft, wird die Herrin Galadriel sicher wissen, wo er sich aufhält.“

Antien bedankte sich für die Wegweisung und lief in die gedeutete Richtung los, um so schnell wie möglich wieder zu den Feierlichkeiten zurückkehren zu können.


Antien nach Caras Galadhon
« Letzte Änderung: 15. Feb 2016, 13:36 von Fine »

Vexor

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Re: Grenze Loriens
« Antwort #6 am: 12. Dez 2008, 19:28 »
Gwilwileth und Antien von Caras Galadhon


Gwilwileth blickte Galadriel und Celeborn nocheinmal tief in die Augen. Sie hatte im Laufe der Jahre viele Sprachen gelernt, doch am besten kannte sie die Sprache, die die Augen sprachen.
Oft war sie in Imladris in ihrer Jugend umhergewandert und erkannte nur durch einen Blick in die Augen die Gedanken und Gefühle des anderen. So strahlten Elladan und Elrohir immer Wagemut und jugendhaften Trotz aus; und Arwens tiefblaue Augen strahlten Traurigkeit, Schönheit und so große Liebe aus, dass es Gwilwileth oft schmertzt.
Nur an die Augen ihres Vaters und somit an die Worte die sie vermittelt hatten, konnte sie sich nicht erinnern, da sie damals die Sprache der Augen noch nicht gelernt hatte.
Celeborns Augen strahlten pure Zuversicht und Dank aus. Einzig Galadriels Augen sprachen keine deutliche Sprache, doch Galadriel umarmte Gwilwileth, küsste sie auf die Stirn, und ließ sie los.
Gwilwileth striff sich ihren Mantel über, setzte die Kaputze auf, und schwang sich auf das schneeweiße Pferd.
Gwilwileth trabte langsam los, hielt dann aber kurz inne und drehte sich zu Galadriel und Celeborn um.
"Ich liebe euch und ich werde nicht eher ruhen bis die beiden gerächt sind", sagte Gwilwileth mit kräftiger Stimme.
Galadriel nickte und streckte die Hand aus und winkte Gwilwileth zum Abschied.
Ohne sich nocheinmal umzudrehen galoppierte sie davon. Sie ließ Caras Galadhon hintersich und machte sich auf zu dem südöstlichen Teil des Waldes.
Die Nachmittagssonne war nun schon wieder im Begriff hinter den Berggipfeln des Nebelgebirges zu verschwinden und so fing an Nebel in den Wäldern aufzusteigen.
Es war totenstill in dem Goldenen Wald, obwohl Gwilwileth wusste, dass Galadriel mehrere Grenzwächter mitgeschickt hatte, die sie bis zur Grenze bewachen sollten.

Sie kam in einem Teil des Waldes, der ihr bekannt vorkam und hielt einen Moment inne. Dies war die Stelle an der sie zum ersten Mal Nîdanadh kennen gelernt hatte. Dies war die Stelle ab dem ihr Leben nicht mehr das gleiche war wie zuvor. Gwilwileth stieg kurz ab und sie band das Pferd an einem nahegelgenen Ast fest.
Der Nebel war um den See herum besonders stark, und es wurde immer kälter. Sie folgte einem kleinen Pfad und war nach wenigen Minuten am See angekommen.
Das Wasser war am Ufer schon gefroren und auf dem Eis hatte sich Laub angesammelt.
Gwilwileth nahm einen Stein vom Ufer und warf ihn auf das Eis. Es brach auf der Stelle und Wasser trat an der neuenstanden Öffnung aus.
Plötzlich wurde Gwilwileth ganz still, denn sie merkte, dass sie jemand beobachtete.
Auf der anderen Seite des Ufers stand ein großer Mann in einen dunklen Mantel gehüllt.
Ist das etwa? Nein das bilde ich mir nur ein...
Gwilwileth und der Mann starrten sich eine Weile an, aber Gwilwileth kam es wie eine Ewigkeit vor. Keiner von beiden bewegte sich, keiner von beiden machte Anstalten den anderen zu signalisieren, dass er den anderen sehe. Sie standen einfach nur so da, und starrten sich an.
Gwilwileth lächelte und hob die Hand, als Zeichen des Abschieds. Der Mann reagierte nicht, aber Gwilwileth wusste, dass Nîdanadh es wahrgenommen und sich von ihr verabschiedet hatte.

Lächelnd ging sie zurück zu ihrem Pferd, löste den Knoten und trabte davon.
Die Bäume lichteten sich, und in der blutroten Dämmerung sah sie Antien mit seinem Pferd schon warten.
"Gut Antien, lass uns aufbrechen", sagte Gwilwileth gut gelaunt.
« Letzte Änderung: 10. Feb 2016, 23:47 von Fine »


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Adamin

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Re: Grenze Loriens
« Antwort #7 am: 12. Dez 2008, 20:16 »
Antien erwiderte Gwilwileths Lächeln. Mit einem leisen Flüstern bat er sein Pferd loszutraben. Es war das erste Mal, dass er auf dem Rücken eines so wundervollen Tieres saß. Bisher hatte er nur ab und an den alten Plumpel reiten dürfen, der aber immer seinen eigenen Weg ging und nur auf Tom hörte. Dieses Pferd aber, welches ihm die Herrin geschenkt hatte, war auf eine fremde Art edler. Es trug den Namen Bainthir, auf Westron "schöner Anblick".

Neue Abenteuer in einem weiteren fremden Land erwarteten ihn. Antien konnte seine Freude kaum an sich halten. Nichts hätte ihn nun aufhalten können.

Mit einem schelmischen Seitenblick suchte er erneut Gwilwileths Augenkontakt auf. Nach einem kurzen Moment der Stille, zwinkerte er ihr zu und Bainthir galoppierte davon. Das Pferd wurde immer schneller und Antien befreite einen lauten Freudenschrei.
Gwilwileth blickte ihm zuerst verwirrt hinterher, fing dann allerdings zu Lachen an und setzte Antien hinter.


Gwilwileth und Antien zu den Ebenen vor Fangorn
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Tom Bombadil

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Re: Grenze Loriens
« Antwort #8 am: 28. Feb 2009, 17:16 »
Nerblog und Elebert von den Ebenen vor Fangorn


Der andauernde Nieselregen hatte Nerblog die Laune gehörig verdorben. Seit zwei Tagen hatte es unablässig geregnet, und obwohl es nun nachgelassen hatte, wurde der Ostling nicht glücklich. Seine Beine waren von einer dicken Schlammschicht bedeckt, und sein leichtes Schuhwerk war vollkommen durchgeweicht. Nerblogs altem Begleiter Elebert schien es wenig besser zu gehen.
"Wir sind sicher bald in Lórien", versicherte er Nerblog, doch dieser konnte es dem Gelehrten nicht abnehmen.
"Versuch erst gar nicht, mir Hoffnung zu machen. Zwei ganze Monde sind vergangen, seit wir aufgebrochen sind. Bis Fangorn waren wir ja gut unterwegs, hinter diesem kleinen Fluss..." Nerblog unterbrach sich.
Nachdem die beiden Wanderer den Limklar überschritten hatten, waren sie in einen dichten Nebel geraten. Orientierungsloswaren sie weitergegangen, um, als der Nebel nach etwa einer Woche sich endlich verzogen hatte, festzustellen, dass sie sehr weit nach Osten in die Ebene des Celebrant abgekommen waren. Kein Pfad führte durch dieses verlassene Land und sie benötigten eine weitere Woche, um den Limklar wiederzufinden und seinem Lauf bis zu der Brücke zu folgen, wo sie ihn überquert hatten. Die restlichen beiden Wochen hatten sie bis hierher benötigt und sie wussten nicht, wo sie sich überhaupt befanden.
Ein Donnergrollen erschallte von der dichten Wolkendecke und der Regen nahm wieder zu. Nerblog gab einen wutentbrannten Schrei von sich und ließ sich auf die Knie in den Schlamm fallen.
"Die Götter haben sich gegen mich verschworen!", jammerte Nerblog und schüttelte mutlos den Kopf. Weit und breit war kein Schutz vor den Regentropfen zu erkennen, nur überschwemmtes, matschiges Gras.
Elebert wartete in angemessenem Abstand darauf, dass der Ostling sich beruhigte. In solchen Situationen hielt er "Leute wie ihn" für äußerst unzurechnungsfähig. Regentropfen trommelten wie kleine Finger gegen seine Stirn, während er wartete. Seufzend stützte er sich auf die Knie.
Nerblog legte sich regungslos auf den Rücken und dachte nach. Vielleicht sollte er den Göttern ein Opfer darbringen, um sie zu besänftigen. Hier draußen gab es allerdings nichts außer... außer Elebert. Nerblog verwarf den Gedanken augenblicklich. Nur Elebert konnte ihn weiter noch Lorien führen. Oder etwa nicht? Jetzt, da sie die Orientierung verloren hatten, war er vielleicht sogar entbehrlich.
"Nein!", zischte Nerblog sich gegen den barbarischen Drang wehrend, Elebert die Schuld zu geben wie er es auch mit Sauron getan hatte. Erging wieder auf die Knie und schloss die braunen Augen. Im Regen sieht man deine Tränen nicht, zitierte Nerblog ein altes Sprichwort aus seiner Heimat im Geiste.
Hinter ihm ließ sich Elebert grummelnd auf der Erde nieder. Er ist doch selbst daran Schuld! Nein, du bist der Schuldige, du allein! Nein! Nein! Einige Zeit verging, bis der Gewissenskonflikt unentschieden zu Ende ging. Nerblog zitterte vor Kälte. Er war völlig durchnässt.
Als der Ostling die Augen aufschlug, blickte er auf ein Paar leichter Lederschuhe.
"Was tut ihr da?", erkundigte sich eine helle Stimme über ihm. Wie bei allen Ainur konnte sich jemand absolut lautlos bei so hoch stehendem Wasser an ihn heranschleichen? Sofort schalt Nerblog sich einen Idioten. Sein Speer war auf seinem Rücken befestigt.
"Wer spricht da?", lautete also Nerblogs Gegenfage.
"Fenuk, Thoels Sohn, stets zu Diensten. Wer seid dann ihr?"
Nerblog richtete sich zu voller Größe auf, doch er kam sich trotzdem vor wie ein Halbling, als er dem großen, blonden Kerl vor sich in die Augen blickte. Sofort fielen ihm die spitzen Ohren auf.
"Nerblog, eines Toten Sohn, niemandem zu Dienst verpflichtet. Guten Tag, Herr Elb!"
Fenuk blinzelte ob der forschen Begrüßung seines Gegenübers. "Ihr seht nicht aus wie einer der Menschen, die ich kenne."
"Ihr kennt mich ja auch nicht", entgegnete Nerblog schnippisch. Irgendwie war sein Ersteindruck von Elben ihm nicht symphatisch. Sie schienen ihm zu stolz. Zu arrogant. Zu groß.
"Was treibt ihr in den Grenzlanden?", wollte Fenuk nun wissen und siene Stimme erhob sich. Der Elb trug einen grünen Stoffmantel und einen hübschen Langbogen und er war allein unterwegs.
"Übertreibt es nicht mit eurer Unfreundlichtkeit", wisperte Elebert warnend.
"Ich bin auf der Suche", begann Nebrlog mit hölzerner Stimme, "...auf der Suche nach dem Heer. Dem Heer des Westens."
Fenuk musterte ihn interessiert. "Ich denke, Celeborn, einer der Wächter des goldenen Waldes, wird sich dafür interessieren, wer ihr seid. Obwohl ich euer Aussehen nicht deuten kann denke ich, dass er es kann. Wer ist euer Begleiter?"
"Elebert, Igberts Sohn, Flüchtling aus der Weißen Stadt und Träger von wertvollen Schriften Elendils, mein Herr."
Fenuk schien verblüfft. "Ihr werdet in Lorien sicher willkommen sein. Folgt mir! Ich führe euch!"


Nerblog, Elebert und Fenuk nach Vor Caras Galadhon   

« Letzte Änderung: 12. Feb 2016, 10:41 von Fine »
manana

Thorondor the Eagle

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Re: Grenze Loriens
« Antwort #9 am: 6. Feb 2010, 18:34 »
Galadriel, Gandalf, Radagast, Amrûn, Antien, Aphadon, und Celebithiel vom Fangorn


Nach dieser langen Reise durch die kühlen Tage des frühen Winters haben sie endlich die Grenzen Lothlóriens erreicht. Sie schritten unter den ersten, schon kahlen Bäumen, hindurch und arbeiteten sich weiter in den dichten Wald hinein. Der Elb war froh wieder eine vertraute Umgebung erreicht zu haben. Hier im Goldenen Wald war niemals Winter. Wie durch Zauberhand lag frisch gefallener Schnee nicht lange auf den Kronen der Bäume und wenn er auf dem Mantel und auf der Haut liegen blieb so fühlte er sich nicht kalt an. Hier waren die Schneeflocken gern gesehene Kunstwerke aus den Händen Illuvatars selbst.

Doch so wie es Amrûn in Erinnerung hatte war es nicht mehr. Auf dem Boden lag der frische, weiche Schnee und in seinen Füßen fror ihn. Überall lagen heruntergebrochene Äste und sogar entwurzelte Bäume. Er sah auf die Herrin dieses Waldes als er neben ihr her wanderte: „Ja, Amrûn, die Zeit hat nun auch den goldenen Wald erreicht. Die Macht der Elben schwindet auf diesen Gefilden und auch die Macht der drei Ringe. Doch solange nichts schlimmeres unser Reich bedroht als die Zeit und das Wetter, haben wir nichts zu befürchten.“
„Wie ist so was möglich? Sauron ist nicht Herr über die drei.“, sagte er.
„Mithrandir hat eine große Lücke hinterlassen. Er war der Träger unter uns, der den stärksten Willen hatte und somit gebot er über alle Macht Naryas und somit auch Nenya und Vilya. Celebithiel ist ihm gar nicht so unähnlich. Das wusste Gandalf und ich weiß es auch. Aber sie hat Angst. Sie fürchtet alleine zu sein mit dieser Bürde und sie fürchtet sich vor den großen Fußstapfen in die sie nun treten muss und glaube mir Amrûn die Furcht hat sie zu Recht. Selbst hier in meiner Heimat, bei meinem Volk fühle ich mich alleine.“
„Aber ihr seid weise, Frau Galadriel und berüchtigt. Euer starker Geist vermag andere zu bändigen. Wenn ihr die Stimme erhebt, verstummt ein ganzes Heer.“
Die Herrin des Waldes versuchte zu lächeln auf diesen Lobgesang: „In meinem Leben habe ich nur einen Anker an den ich mich stützen kann, der mir tagtäglich zeigt, dass ich auf ihn vertrauen kann, aber selbst Celeborn ist nun ein Opfer des Krieges geworden und somit hat er den Halt verloren. Wir werden schwächer und irgendwann den Weg in die unsterblichen Lande beschreiten.“

Amrûn verstummte bei diesen traurigen Worten. Er begann zu zweifeln, ob ein Sieg über Sauron überhaupt noch möglich war. Der Weg nach Valinor erschien ihm als einzige Lösung sinnvoll, aber was würde mit Celebithiel geschehen. Amrûn war ihr ein treuer Gefährte geworden, ja sogar ein Freund. Vielleicht brauchte auch sie eine Stütze auf ihrem steinigen Weg.

Zum ersten Mal zweifle ich an meiner Entscheidung? Ein Beschluss den ich schon endgültig entschieden habe. Nur dort kann ich mit Aratinnuire glücklich werden. Nur dort...
« Letzte Änderung: 11. Aug 2016, 12:15 von Fine »
2. Char Elea ist bei der Ratsversammlung von Aldburg


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Vexor

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Re: Grenze Loriens
« Antwort #10 am: 7. Feb 2010, 14:05 »
In dem Augenblick, indem Celebithiel die Grenze des Goldenen Waldes überschritten hatte, fielen die Lasten der letzten Tage von ihr ab.
Sie sprintete vorbei an den Galadhrim, vorbei an Amrûn und Galadriel, die in ein Gespräch vertieft waren.
Ihre Stiefel hinterließen frische Abdrücke im weißen Schnee, der sich auf den Boden des goldenen Waldes gelegt hatte. Celebithiel fing an zu lachen und freute sich, wie ein Kind als sie das freundliche Gesicht Celeborns sah, der bereits an einer Lichtung auf die Gruppe aus Isengart wartete.
Strahlend vor Glück fiel sie ihrem Großvater um den Hals und vergrub ihr Gesicht tief in seinen Nacken, um ihre Freudentränen zu verbergen.
„ Nicht so stürmisch Celebithiel“, lachte Celeborn, während sich sein Gesicht aber zu einer schmerzvollen Miene verzog, „ mein Arm ist immer noch nicht geheilt.“
Erst jetzt bemerkte sie den Verband, den Celeborn um seinem rechten Arm trug und ihre Freue wurde getrübt, denn erst jetzt sah sie sich um.

Der Goldene Wald...er hat sich immer noch nicht von den Schäden des Krieges und der Stärkung Saurons erholt.

Als die anderen Elben sie erreicht hatte, küsste Galadriel ihren Mann liebevoll auf den Mund.
„ Liebster es steht schlimmer um Gandalf, als ich es gedacht habe“, flüsterte Galadriel ihren Gatten ins Ohr und instinktiv machten die Elben, darunter auch Amrûn und Aphadon Platz, und legten den Blick auf die Trage Gandalfs frei, worauf Gandalf noch immer regungslos lag.
Stark und kräftig klang die Stimme des Herrn der Galadhrim als er befahl, dass man Gandalf sofort in seine Gemächer bringen sollte.

Ich sehe meine Heimat und so sehe ich auch mein Herz. Meine Heimat ist geschwächt und angeschlagen. Der Zauber des Goldenen Waldes verfliegt...die Gezeiten und Feinde dringen immer weiter in das Goldene Reich hinein. So steht es auch mit meinem Herzen. Der Schatten war dort und nun möchte er nicht mehr weichen. Doch dort gibt es auch eine kleine Flamme, eine Flamme, die selbst die dunkelsten Plätze und Orte erhellt und den Schatten vertreibt...

Gedankenverloren beobachtete sie Narya und fuhr immer wieder über den Rubin an ihrer Hand.
„ Celebithiel möchtest du nicht mit uns mitkommen?“, riss sie Amrûn freundliche Stimme aus ihren Gedanken. Jener stand neben Aphadon und blickte sie lächelnd an.
„ Ähmm...nein...ich meine ja. Geht schon einmal vor. Ich werde euch gleich nachfolgen“, erwiderte sie zögerlich.
Amrûn musterte sie noch einen Augenblick unsicher, bevor er aber auf Aphadons Drängen hin weiter ging und Celebithiel mit ihren Gedanken allein ließ.

Warum gab mir Gandalf Narya? Warum gab er mir diesen Ring. So viele andere Menschen könnten ihn besser verwenden, als ich...warum?
Eine sanfte Hand streichelte ihr über die Schulter und berührte zärtlich ihre Wange. Als Celebithiels ich um sah, blickte sie in die Augen Antiens, die so glänzend und rein waren, dass es sie schon fast schauderte.

„ Erinnerst du dich noch, wie wir an dieser Stelle zusammen Lorien vor einigen Monaten verlassen haben? Damals kannten wir uns kaum. Ich wurde von Tom los geschickt, um Gandalf zu suchen und du von Galadriel, um deine Brüder zu rächen. Gute Freunde sind wir geworden, während wir auf Gandalf im alten Fangornwald trafen. Dort sahen wir, wie der letzte Baumhirte dieser Erde entschwand und erlebten die Leichtigkeit des Lebens. Unsere Reise war nicht zu Ende und gemeinsam durchritten wir die Steppen Rohans und du schlugst viele Schlachten.
Ich habe dich in diesen wenigen Monaten so wachsen sehen und selbst in den Augenblicken größter Angst, als du dich dem Mund im Orthanc gestellt hast, bist du nicht kleiner geworden. Du bist nicht zerbrochen, sondern immer weiter gewachsen. Zweifle bitte nicht an dir, denn du bist die würdigste Nachfolgerin Gandalfs, die ich mir vorstellen könnte und ja du wirst diese Bürde tragen, denn niemand anderen kenne ich, der dies besser könnte.“

Die Worte Antiens waren wie Balsam für ihre Seele und angefacht durch Antiens Worte erstrahlte die Flamme in ihrem Herzen so stark, dass auch der letzte Schatten ein für alle Mal wich.


Galadriel, Celeborn, Gandalf, Radagast, Antien, Amrûn, Aphadon und Celebithiel in die Wälder Lóriens
« Letzte Änderung: 11. Feb 2016, 10:40 von Fine »


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The Chaosnight

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Wiederankunft in Lorien
« Antwort #11 am: 3. Mär 2011, 22:28 »
Aiwyn, Barlae und Bogan von Dunland


Beinahe einen ganzen Tag lang ritten sie fast pausenlos zu den Wäldern Lóriens, lediglich unterbrochen von einem erzwungenem Pferdewechsel im tiefsten Rohan. Im Gegensatz zu ihren vollkommen erschöpften Tieren, wurden Aiwyn und Bogan von ihrer reinen Angst wachgehalten und von ihrem Ziel angetrieben, sodass sie die ersten Ausläufer des Elbenreiches schon am Ende des ersten Tages erreichen konnten.

Doch sobald sie dieses erreichten und wieder den unnatürlichen, silbriggolden schimmernden Wald um sich sahen, fühlten sie trotz ihrer Umstände sofort, dass sich irgendetwas verändert haben musste, nur das "was" konnten oder wollten sie nicht wahrnehmen. Ebenso wie sie schienen dies die Pferde zu spüren, die in einen langsamen Trab verfielen und bei jedem Versuch sie wieder zu beschleunigten scheuten und sich wild schüttelten.
Daur
Die Tiere blieben stehen, auf einen wütenden Schlag Aiwyns hin trabten sie jedoch widerwillig weiter.
Daur
Erneut blieben die Pferde stehen, ritten nach eindringlicher Aufforderung jedoch abermals weiter.
Daur!
Diesmal blieben sie endgültig stehen und widersetzten sich nun auch sämtlichen Aufforderungen zum Weiterritt. Kurze Zeit blieben sie regungslos stehen, bevor ein schnelles Sirren durch die Luft getragen wurde und sie ihre Reiter abwarfen, bevor sie panisch aus dem Waldgebiet flohen.

Nur Augenblicke waren sie von Elben umringt, die mit gezogenen Bögen einen Kreis um sie bildeten. "Ihr dringt in unsere Wälder vor, tragt unsere Kleidung und sprecht unsere Zungen nicht? Was wollt Ihr hier!?"
"Wir suchen Heilung", antwortete Bogan, worauf der Elb jedoch nur lachte: "Lorien unterhält hunderte Heiler und heilt tausende Verletzte. Allesamt kämpften und opferten sie sich um diee Wälder zu schützen. Denkt Ihr ernsthaft irgendein Mensch...irgendein Fremder wird uns dazu veranlassen unsere Heiler von den Helden unseres Volkes abzurücken?"
Noch immer am Boden knieend und ihre Freundin in den Armen haltend, blickte sie mit wässrigen, doch gleichzeitig zornig flackernden Augen auf den Elben, der nun aufgehört hatte zu lachen und stattdessen ebenfalls zornig wirkte.
"Ah, der große Ostling. Das letzte Mal als wir uns sahen, wart ihr nicht so am Boden...aber das letzte Mal hattet Ihr das Glück von einem Helden unseres Volkes begleitet zu werden, nun seid Ihr alleine und meiner Gnade ausgeliefert."
Bevor Aiwyn reagieren konnte, hatte Bogan gehandelt: Wütend war er nach vorne gerannt und hatte den Elben gepackt und zu sich gezogen, "Erbärmlicher Narr!", schrie er ihn an, "Wir ha..."
"Ihr vergesst wohl, dass zwei Dutzend Bögen auf euch zielen", unterbrach der Elb ihn kühl, "Und nun lasst los!"
Unter größter Anstrengung schien Bogan diesem Befehl Folge zu leisten, bevor er unter triumphaem Blick des Elbens einen lauten Schrei ausstieß und ihn mit einem massiven Faustschlag zu Boden streckte. Keuchend rappelte der Elb sich wieder auf und fluchte laut auf Elbisch, woraufhin die anderen Elben zu allgemeiner Verwunderung ihre Bögen leicht senkten. "Ihr wollt kämpfen? Dann KÄMPFT!"

Ohne weitere Vorwarnung hatte er seinerseits zugeschlagen, doch noch bevor Bogan zum Gegenangriff ausholen konnte, übertönte eine weitere Stimme das Geschehen: "Tawartir! Was ist hier los!?"
Eine junge Elbe drückte sich durch die Bogenschützen und stellte sich direkt vor ihren Anführer. In schnellem Elbisch sprach sie zu ihm, bevor sie in fließendem Westron fortfuhr: "Ich übernehme von hier an!"
Mit finsterer Mine verbeugte sich der Elb leicht und zog sich mit seinen Mannen zurück, die Elbe ging währenddessen auf Aiwyn zu und kniete sich neben sie. Sorgsam betrachtete sie Barlaes Wunden und legte dann ihre Hand auf Aiwyns Arm. "Kommt mit, die Heilhäuser sind nicht mehr weit."


Aiwyn, Barlae und Bogan nach: Heilhäuser Lothlóriens
« Letzte Änderung: 22. Feb 2016, 12:17 von Fine »
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Thorondor the Eagle

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Re:Grenze Loriens
« Antwort #12 am: 26. Nov 2011, 07:20 »
Mit beiden Händen hielt er die Bahre auf der der weiße Zauberer gebettet war. Das Gesicht Gandalfs war wie immer in Falten gelegt. Trotzdem strahlte es eine gewisse Sanftmut und Ruhe aus. Es war nicht mehr weit, bis zur Grenze des goldenen Waldes.
Die seltsame Furcht, die Faendir die letzten Tage befallen hatte war permanent gegenwärtig. Eine Unruhe war in den übrig gebliebenen Menschen und Elben Loriens zu spüren, doch keiner wusste woher sie kam. Galadriel wirkte oft abwesend und war der hektischen Situation kaum gewachsen.

Warum müssen wir Gandalf zu den Grauen Anfurten bringen? Möchte sie ihn über das Meer zurück in den fernen Westen schicken? Gibt es denn hier keine Heilung für ihn? Ist er in Lorien in Gefahr? Hat es etwas mit dem blauen Zauberer zu tun und dem Gespräch das ich gehört habe…

Faendir lief barfuß über den grünen Waldboden. Es war paradox, dass der Frühling in Lothlorien längst eingesetzt hatte, während die restlichen Lande von morgendlichem Frost und sanfter Kälte verhüllt waren. Doch der Zauber des goldenen Waldes hielt weiterhin an. Höchstens ein feiner Schleier aus Nebel fand seinen Weg bis an die Spitzen der Grashalme.
Erschöpft lies er sich mit dem Bauch nach unten auf den bemoosten Boden fallen und landete weich gebettet mit der Nasenspitze knapp über einem schmalen, sprudelnden Waldbach. Gierig schöpfte er sich mit der Hand das klare Wasser in den Mund, als er plötzlich ein Kichern wahr nahm.
Geschickt wie er war, schlich sich der Elb geduckt den Bach entlang und versteckte sich kaum zehn Meter weiter hinter einem großen Baum, dessen Wurzeln über das Bachbett wuchsen. Gekonnt verbarg er sich dahinter und lugte mit den Augen zwischen den Sträuchern hindurch.
Er sah einen alten Mann, auf dessen Schulter seine Begleiterin, die Nachtigall, saß. Neben ihm lag ein brauner Spitzhut der im Schatten des gleichfärbigen Baumstammes kaum auffiel. Daneben lehnte ein Stock, der einem alten belaubten Ast glich.
„Hihihi“, kicherte er „das ist dein ernst?! Hehe“. Die Nachtigall zwitscherte heiter.
„Um diese Jahreszeit?“, sprach der Zauberer scheinbar zum Vogel „Wer glaubt er nur wer er ist?“
Seine Backen waren vor lauter Lachen leicht errötet und in seinen Augen bildeten sich kleine Freudentränen. Im Vergleich zu Gandalfs besorgtem Gesicht, hatte Radagast eher schmale Lachfalten an den Augen und Mundwinkeln.

„Mein alter Freund!“, ertönte plötzlich eine dumpfe Stimme „Lange ist es her, dass wir uns das letzte Mal sahen, doch scheinbar hast du dich kein wenig verändert.“
Der Braune rührte sich kein bisschen, bloß ein verstohlener Blick durch die Augenwinkel ließen erkennen, dass er die Worte wahrnahm.
„Du bist noch immer deiner Herrin Diener, schätzt was sie schätzt, redest mit Tieren und Pflanzen wie sie es getan hat. Die Belange der Völker sind dir völlig egal. Hast du vergessen, weswegen wir hierhergeschickt wurden?“
Das Lächeln entwich schlagartig aus Radagasts Gesicht. Er hielt die Hand zu der kleinen Nachtigall, die sich sofort auf seinen Arm setzte. Er führte sie in seinen Schoß und hielt seine Hand schützend vor sie: „Denkst du das Tiere und Pflanzen weniger Schutz bedürfen? Sie sind in gleichem Maße Sauron ausgeliefert wie jene die du zu schützen vorgibst?“
„Ha, vorgeben?“, fragte er empört und stellte sich neben den kleinen Fluss mit dem Rücken zu Radagast. Faendir sah das Gesicht des blauen Zauberers. Es wirkte deutlich jünger als jenes von Gandalf oder Radagast und auch sein Haar schimmerte noch in einem blassen schwarz-grau.
„Sag mir was dich herführt, Pallando? Warum sollte ich dich zu Galadriel bringen?“
„Ich möchte euch warnen. Zweifelst du daran?“
„Seit eh und je bist du ein Meister der Illusionen und Täuschung. Einer der Istari hat uns schon verraten und mich ausgenutzt, wer sagt, dass es nicht ein anderer auch tut?“
„Vorgegeben und verraten…“ sagte er nochmals vorwurfsvoll „Ich habe alles versucht um Sauron Einhalt zu gebieten. Er stand einst vor mir und ich habe in seine feuerroten Augen geblickt. Sie durchdrangen mich und hielten mich davon ab mich ihm entgegen zu stellen. Ich hörte seine Stimme, wohl als einziger inmitten einer großen Menge Soldaten. Ich spürte seine unglaubliche Kraft und seinen unbezwingbaren Willen. Er ist mächtig, mächtiger als wir alle befürchtet haben.“

Die Gesichtszüge des Blauen blieben unverändert. Faendir versuchte Hinterlist, Verzweiflung, Trauer oder Angst daraus zu lesen, doch da war nichts. Die Mundwinkel hingen wie immer schlaff herunter, die Augen weit geöffnet.
Plötzlich drehte er sich zu Radagast und in seinen Augen blitzte etwas blau auf. Für einen kurzen Moment dachte er, dass der scharfe Blick Gandalfs ihn anstarrte. Sein Gesicht war um 20 Jahre gealtert, Sorgenfalten zierten seine Stirn, die Tränensäcke wirkten angeschwollen und seine Haut war fleckig.

„Ich muss zugeben, dass ich für einen Moment an der Erfüllung unserer Aufgabe gezweifelt habe, aber nicht länger. Sauron hat seine Macht mir gegenüber offenbart. Ich weiß, was uns bevorsteht und ich weiß, dass wir es nicht alleine schaffen können“, gab er zur Antwort und wirkte dabei ein wenig gebrechlich. Er stützte sich auf seinen metallenen Stab und trottete davon. Radagast blieb sitzen und begann der Amsel etwas einzuflüstern, dass Faendir nicht verstehen konnte. Anschließend hielt er seine Hand in die Höhe und lies den Vogel davon fliegen: „Bring die Nachricht zu Galadriel!“, sagte Radagast leise und sah ihr mit traurigen Augen hinterher.


In Faendirs Gesicht mimte sich nun die Traurigkeit, die er in den Augen des Zauberers sah. Schritt für Schritt setzte er vor sich, als sie plötzlich aus heiterem Himmel die Nachtigall auf seine Schultern setzte und im vorsichtig einige Silben ins Ohr zwitscherte. Der Elb ließ sich nichts anmerken, doch sein Blick wanderte zu Antien, der die Bahre auf der anderen Seite trug.

Wenn du wüsstest was mir meine kleine Freundin gezwitschert hat… Wir bringen dich nachhause Antien. Die Herrin hat es befohlen.

Ein zufriedenes Lächeln legte sich auf Faendirs Lippen, als sie die Grenze des Waldes erreichten.

Antien, Faendir und Gandalf auf dem Weg Eriador...
2. Char Elea ist bei der Ratsversammlung von Aldburg


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Eandril

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Die Ankunft
« Antwort #13 am: 30. Jan 2012, 17:58 »
... Oronêl, Amrûn, Celebithiel, Faendir, Antien, die Grenzwächter, Amrothos und Irwyne aus Dunharg

Oronêl hatte das Gefühl, nach Hause zu kommen. Sie waren am Ziel ihrer Reise angelangt, den Wäldern Lóriens, das er einst, als er hier gelebt hatte, als Lórinand gekannt hatte. Die Gruppe näherte sich dem Waldrand, und als sie unter dem Dach aus silbernen Blättern und goldenen Blüten mit den silbrig schimmernden Baumstämmen als Säulen angelangt waren, atmete er tief durch. Um ihn herum spürte er einen tiefen Zauber, der zu seiner Zeit noch nicht dagewesen war, doch er war nicht feindlich, sondern umhüllte und beschützte das Land.

Als sie nach der Durchquerung der Pfade der Toten in Dunharg auf Orophin und seine Grenzwächter gestoßen waren, hatte Oronêl zunächst jeden von ihnen voller Spannung genau betrachtet, denn er erwartete, bekannte Gesichter zu erblicken. Doch er war enttäuscht worden, denn er erkannte keinen der Elben wieder, obwohl ihn Orophin entfernt an jemanden erinnerte, den er einst gekannt hatte.
Trotzdem hatte er sich im Verlauf der Reise mit den Grenzwächtern angefreundet, auch weil sie ganz offensichtlich nicht anders waren, als er selbst, und ihre Heimat Lórien über alles liebten und gegen jeden Angriff mit ihrem Leben verteidigen würden. Von ihnen hatte er auch viel über die Zeit nach seinem Weggang aus Lórien erfahren, und über Galadriel und Celeborn. Obwohl diese sich nicht als Herrscher, sondern als Hüter Lóriens bezeichneten, waren sie wohl doch nichts anderes als Amroth und Amdír vor ihnen gewesen waren, aber Oronêl verübelte es ihnen nicht. Amroth war ohne Erben gestorben, und wenn das Volk Lóriens sie als ihre neuen Herren ausgewählt hatte, herrschten sie mit Recht. Er war begierig sie kennenzulernen, nachdem er in den letzten Tagen so viel von ihnen gehört hatte.

Ihre Reise durch Rohan war ab Dunharg größtenteils ereignislos gewesen, denn die Menschen Rohans, denen sie dann und wann begegnet waren, waren freundlich und beinahe ehrfürchtig ihnen gegenüber gewesen. Amrothos hatte schnell Freundschaft mit der sechzehnjährigen Irwyne geschlossen, und betrachtete sich nun gewissermaßen als ihr Beschützer, und Oronêl war froh darüber, das Amrothos nun in ihr einen anderen Menschen als Gefährtin gewonnen hatte, denn er spürte immer wieder, das selbst bei Freunden wie ihnen immer noch ein großer Unterschied zwischen Elben und Menschen bestand.

Neben ihm begann Amrothos unruhig auf seinem Pferd hin und her zu rutschen. "Meinst du, wir sind hier in Sicherheit? In meiner Heimat erzählt man sich seltsame Geschichten über den goldenen Wald." Oronêl lächelte und meinte: "Auch wenn der Zauber, der dieses Land umgibt, früher nicht da war, ist das hier immer noch meine Heimat, und egal was die Menschen sich erzählen mögen, Lórien", er hatte sich angewöhnt, den neuen Namen Lórinands zu benutzen, obwohl es ihm schwer fiel, "ist mit Sicherheit kein Ort des Bösen."
Und es stimmte, denn zum ersten Mal seit langem, eigentlich seitdem er die Pinnath Gelin verlassen hatte, fühlte Oronêl sich völlig sicher. In Dol Amroth hatte er seit dem Attentat auf ihn und Amrothos keine Ruhe gefunden, und auch in Rohan hatte er sich trotz der Freundlichkeit der Menschen nicht wohl gefühlt. Doch unter den silbernen Blättern Lóriens überkam ihn endlich wieder Ruhe, und er fühlte sich in eine andere, glücklichere Zeit zurückversetzt.

Nach einiger Zeit erreichten sie den Celebrant, der hier, kurz vor seiner Mündung in den Anduin zu einem breiten Strom geworden war. Hier mussten sie die Pferde zurücklassen, denn sie überquerten den Fluss auf einer Seilbrücke, was für die Elben kein Problem war, für Amrothos und Irwyne aber eine Herausforderung darstellte, doch sie gelangten alle unversehrt ans andere Ufer.
"Hier werden wir euch verlassen.", sagte Orophin. "Wir müssen an die nördliche Grenze zurückkehren, denn die Gefahr eines Angriffs nimmt dort täglich zu, und es wird dort jeder Kämpfer gebraucht. Geht ihr weiter nach Caras Galadhon, denn der Herr und die Herrin Lóriens wünschen euch so schnell wie möglich zu sehen." Er verneigte sich zum Abschied vor ihnen, und sie trennte sich.

Oronêl, Amrûn, Celebithiel, Antien, Faendir, Amrothos und Irwyne nach Caras Galadhon...
« Letzte Änderung: 27. Sep 2013, 08:52 von Eandril »

Listen to the wind blow, watch the sun rise
Running in the shadows, damn your love, damn your lies