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1
RPG Library / Re: Annals of Aman
« Letzter Beitrag von Walküre am Gestern um 19:23 »
Zitat
Captain of valour, not of ill,
Among those who justness ever will,
Brave guard of trees and streams,
Not worthy of fatherly love, it seems.

Unwise judgement, for sure,
The steward goes weaker, every dawn more,
His weary rule might not pass next winter,
Mistaking his loving son as mere savage hunter.

2
Rhun / Ein schicksalsschwerer Name
« Letzter Beitrag von Fine am Gestern um 16:44 »
Vaicenyas unheilvolle Feststellung sorgte dafür, dass keine der beiden Elbinnen in jener Nacht wirklich zur Ruhe kam. Jarbeorn hingegen ließ sich davon nicht stören. Als Córiel ihn in den letzten Nachtstunden vor Sonnenaufgang zu seiner Wachschicht aufweckte, gab sich der Beorninger so unbekümmert wie eh und je.
"Da draußen ist jemand... oder etwas," warnte Córiel.
"Und wenn schon. Ich sorge schon dafür, dass wir ungestört bleiben, Stikke," antwortete Jarbeorn. "Was auch immer dort draußen ist - solange es nicht größer als ein Bär ist, mache ich mir keine Gedanken darüber."
"Selbst der kleinste Ork kann dir die Kehle durchschneiden, wenn du nicht aufmerksam bist," hielt Córiel dagegen.
"Er soll es ruhig versuchen. Ich bin hart im Nehmen, Stikke. Du kennst mich doch." Jarbeorn lachte leise. "Jetzt sieh schon zu, dass du noch etwas Schlaf bekommst, bevor die Sonne aufgeht."
Córiel hoffte, dass der Beorninger recht behalten würde und ihre Sorgen unbegründet waren. Dennoch gelang es ihr nicht wirklich, zum Einschlafen zu kommen. Also versuchte sie es nach Elbenart und ließ ihren Geist über die weiten Ebenen ihres Verstandes wandern, während ihr Körper in der Wirklichkeit verharrte und, gegen den Stamm einer dicken Birke gelehnt darauf wartete, dass Córiel die Erholungsphase beendete.

Es war Vaicenya, die sie schließlich anstupste und dafür sorgte, dass Córiel die Augen wieder aufschlug. Das helle Licht der aufgehenden Sonne blendete sie. Der Himmelskörper war gerade über die fernen Spitzen der Orocarni geklettert und die Bäume ringsum warfen lange Schatten gen Westen, die nun langsam zu schrumpfen begonnen hatten, je höher die Sonne aufstieg.
"Wir sollten von hier verschwinden," sagte Vaicenya. "Ich spüre eine Präsenz in der Nähe... näher als gestern Abend."
"Das ist beunruhigend," meinte Córiel. "Vielleicht sollten wir unser Tempo etwas beschleunigen."
Sie machten die Pferde bereit und luden ihr Gepäck rasch auf. Ehe sie jedoch aufbrechen konnten, hielt Vaicenya mitten in der Bewegung inne und starrte angestrengt zwischen den immer dichter werdenden Bäumen hindurch. Dann sprang sie aus dem Sattel und zog ihre Schwerter. "Jetzt reicht es," zischte sie und sprang los, mitten ins Unterholz hinein. Mit lautem Getöse fuhrwerkte die Dunkelelbin darin herum, ohne dass Córiel und Jarbeorn, die ihr vorsichtig folgten, erkennen konnten, was geschah. Als sie herangekommen waren, erklang ein Aufschrei aus dem Gebüsch, in dem Vaicenya verschwunden war, und eine stämmige Gestalt stürzte strauchelnd daraus hervor. Sie überschlug sich einmal und kam vor Jarbeorns und Córiels Füßen auf ihrem Rücken zum Liegen.
"Na sieh mal einer an," meinte Jarbeorn und stemmte seine großen Hände in die Hüften. "Wenn das kein Zwerg ist, dann will ich ein Welpe sein." Und ehe Córiel oder die nun wieder aufgetauchte Vaicenya reagieren konnten, hatte der Beorninger die Gestalt gepackt und sie vor sich auf die Füße gestellt. Die braune Kapuze, die sie getragen hatte, fiel ihr dabei vom Kopf, und man konnte sehen, dass Jarbeorn Recht gehabt hatte. Vor ihnen stand ein Zwerg mit vergleichsweise kurzem, rotbraunem Bart und Haar, der feste Reisekleidung und darunter ein Kettenhemd trug. Bewaffnet war er mit einem schweren Hammer, dessen Griff lang genug war, um ihn sowohl mit einer als auch mit zwei Händen zu führen. Darüber hinaus trug der Zwerg einen Bogen samt Pfeilen auf dem Rücken.
"So," sagte Jarbeorn mit seiner unvergleichlichen Freundlichkeit. "Jetzt, wo wir uns Auge in Auge gegenüberstehen, gibt es keinen Grund mehr für Heimlichkeiten, Meister Zwerg. Wie lautet dein Name?"
Während Córiel mit einer Handbewegung Vaicenya daran hinderte, den Zwerg hinterrücks zu erstechen, warf dieser einen misstrauischen Blick auf Jarbeorn, ehe er antwortete: "Es ist unhöflich, einen Fremden zuerst nach dem Namen zu fragen, ohne den eigenen genannt zu haben."
"Und ebenso unhöflich ist es, Fremden nachzustellen und ihre Schritte heimlich zu verfolgen," stellte Córiel klar. Sie war zwar froh, dass offenbar für den Augenblick keine Gefahr zu drohen schien, doch ihre Anspannung blieb.
"Wenn es dir hilft, will ich gerne den Anfang machen," sagte Jarbeorn gutmütig. "Ich bin Jarbeorn, Sohn des Grimbeorn."
"Ein Beorninger?" entfuhr es dem Zwerg.
"Ganz recht. Du hast also schon von meinem Volk gehört."
"Das ein oder andere Mal," gab der Zwerg zu. "Und was ist mit denen beiden? Diese Wildgewordene dort hat mir beinahe beide Beine abgetrennt!"
Vaicenyas Blick war tödlich. "Das habe ich auch noch immer vor, Zwerg." drohte sie.
"Das ist Vaicenya. Sie ist... nun, recht direkt, wie du gemerkt hast," erklärte Jarbeorn lächelnd. "Nur die Ruhe, sie wird dir nichts tun."
"Wird sie nicht?" fragte Vaicenya zweifelnd und zog die Augenbrauen in die Höhe.
"Nicht, bevor wir nicht wissen, mit wem wir es zu tun haben," ging Córiel dazwischen. "Mein Name ist Córiel, vom Volk der Noldor. Du kennst nun unsere Namen, und wir würden gerne deinen erfahren und darüber hinaus den Grund, weshalb du uns nachgestellt hast."
"Dieses Land ist mir fremd, und ich habe bereits einmal zuvor den Fehler gemacht, mich Reisenden ohne Vorsicht zu nähern. Die letzten Elben, mit denen ich sprechen wollte, haben versucht, mich umzubringen. Deshalb wollte ich zunächst einmal sehen, mit wem ich es hier zu tun habe, ehe ich mich euch zeige." Der Zwerg blickte niedergeschlagen zu Boden und ließ die Schultern sinken. "Das alles hätte ganz anders ablaufen sollen. Ich kam in dieses Land, um mein Volk zu retten und meinen Vater stolz zu machen. Aber ich habe die Berge nicht einmal erreichen können."
"Dein Volk? Stammst du vom Erebor?" fragte Jarbeorn nach.
Der Zwerg nickte. "Ich bin dort geboren. Ein Jahr nachdem mein Großvater zum König unter dem Berg geworden war erblickte ich am Durinstag das Licht der Welt."
"Dein Großvater?" wiederholte Córiel. "König unter dem Berg... aber das bedeutet ja, dein Vater ist..."
"Mein Name ist Durin, Sohn des Thorin," sagte der Zwerg. Er klang nicht sonderlich begeistert davon.
"Ein Name mit großem Gewicht," merkte Vaicenya an.
Durin zog eine Grimasse. "Du hast ja keine Ahnung, Spitzohr. Ich wünsche mir oft, mein Vater hätte einen anderen Namen gewählt, oder ich wäre an einem anderen Tag geboren worden."
"Und warum bist du so weit fort von deinem Volk? Soweit ich weiß lebt der Großteil der Zwerge Erebors in den Eisenbergen und in den Grotten bei Helms Klamm, in Rohan," sagte Córiel.
"Ich sagte doch bereits, ich bin hier, um die Zwerge zu retten. Als der Erebor fiel, floh ich mit einigen wenigen Überlebenden nach Khadar-zharâk in den Eisenbergen, zu meinem Onkel Gráin Feuerfaust. Immer wieder sprach er davon, dass er den Erebor von den verdammten Ostlingen zurückerobern würde, wenn er nur genug Krieger unter seinem Befehl hätte. Und da kam mir ein Einfall. In den ältesten Geschichten meines Volkes ist überliefert, dass es einst sieben Vorväter gab, die als erste unter allen Zwergen erwachten. Wenn die Geschichten stimmen, erwachten vier von diesen sieben in den Bergen, die ihr dort hinten am östlichen Horizont seht. Die Orocarni. Ich wollte ihre Nachfahren finden und an der Spitze eines Heeres von Zwergen in den Westen zurückkehren... und meinem Namen und meinen Ahnen gerecht werden. Jeder Durin, der vor mir kam, war ein legendärer König, wusstet ihr das? Es muss mein Schicksal sein, mit ihnen gleichzuziehen... doch ich fürchte, ich bin kläglich gescheitert."
Durin setzte sich auf dem Waldboden und starrte trübnsinnig vor sich hin. Er hatte seine Geschichte erzählt und schien der Verzweiflung nahe zu sein, falls so etwas bei einem Zwerg überhaupt möglich war.
"Wir sollten weiterreiten," sagte Vaicenya. "Dieser Zwerg geht uns nichts an."
"Wir können ihn doch nicht einfach hier zurücklassen," erwiderte Córiel leise. "Er ist der Erbe des Thrones vom Erebor und von großem Wert für sein Volk. Sein Vater muss krank vor Sorge sein. Für mich klingt es nämlich danach, als ob Durin auf eigene Faust hier ist."
"Ich weiß, was wir tun werden," sagte Jarbeorn. "Wir helfen ihm natürlich dabei, sein selbst gewähltes Ziel zu erreichen."
Beide Elbinnen blickten den Beorninger überrascht an. "Hast du vergessen, weshalb wir hier sind?" zischte Vaicenya.
"Um deinen Sohn zu finden," antwortete Jarbeorn. "Und das werden wir auch. Und Durin wird uns begleiten, ganz einfach. Wenn wir Níthrar gerettet haben, helfen wir Durin bei der Suche nach den Zwergen der Orocarni. Ihr müsst zugeben, dass eine Zwergenarmee, die Mordor oder Rhûn aus einer unerwarteten Richtung angreift, die Kriegslage zu unseren Gunsten verschieben würde."
"Bist du dir da sicher?" fragte Córiel.
"Komm schon, Stikke. Wir sind doch gerade in der Gegend. Wann wirst du das nächste Mal Gelegenheit haben, verschollene Zwergenreiche zu entdecken? Das wird ein Riesenspaß, glaub mir."
Bei diesen Worten hob Durin den Kopf. Ein Hoffnungsschimmer war in seinen Augen aufgetaucht. "Ihr wollt mir wirklich helfen?" fragte er.
"Ich sorge schon dafür, dass wir deine verlorenen Zwerge in Rekordzeit finden," sagte Jarbeorn und zog den Zwerg auf die Beine. "Und mach dir um die beiden Damen dort keine Sorgen. Sie werden schon bald merken, das es das Beste für uns sein wird, dir zu helfen. Außerdem gibt es da ja vielleicht auch etwas, bei dem du uns helfen kannst."
"Und was wäre das, Freund Jarbeorn?" wollte Durin wissen.
"Wir sind auf der Suche nach einem Ort namens..."
"Cúivíenen," ergänzte Córiel Jarbeorns Satz.
"Genau. Bist du bei deiner Reise in den Osten zufällig an einem solchen Ort vorbeigekommen? Dort soll es ein Gewässer geben, vielleicht einen See oder eine Bucht, die direkt am Waldrand liegt.
Durin strich sich nachdenklich durch den Bart. "Als ich zum ersten Mal den Fluss überquerte, der hier hinter uns fließt, schlug ich den direkten Weg zu den Orocarni ein, bis sich mir unüberwindbare Felsen am Fuße des Gebirges in den Weg stellten.  Von dort hatte ich einen gewissen Ausblick über die Lande westlich des Gebirges und sah, dass der Fluss aus einem See inmitten des dichtesten Waldes entsprang. Vielleicht ist das der Ort, den ihr sucht."
Córiel und Vaicenya tauschten einen Blick aus, dann sagte die Dunkelelbin: "Führ uns dorthin. Dann werden wir es in Erwägung ziehen, dir zu helfen."
"Mir bleibt ja wohl nichts anderes übrig," brummte Durin verdrossen.
"Kopf hoch!" lachte Jarbeorn. "Jetzt bist du Teil unserer kleinen Gemeinschaft. Du wirst schon sehen, bald werden die beiden Eiszapfen dort dich genauso sehr mögen wie mich."
"Das werden wir ja sehen," war alles, was Vaicenya dazu sagte, ehe sie sich wütend in ihren Sattel schwang.

So setzten sie ihre Reise fort - ihre Reisegruppe um einen weiteren Gefährten erweitert. Durin saß hinter Córiel auf dem Rücken ihres Pferdes und wies ihr, die vorausritt, den Weg. Er schien einen guten Orientierungssinn zu besitzen, denn trotz des immer dichter werdenden Waldes kamen sie entlang des Flusses weiterhin recht gut voran. Gegen Mittag entschieden sie jedoch, die Pferde am Zügel weiterzuführen, da das Geäst nun so tief hinab hing, dass es sie beim Reiten behinderte. Durin stapfte voran, sich am Ostufer des Flüsschens haltend. Und so kam es, dass sie am späten Nachmittag des gleichen Tages schließlich den Ort erreichten, der von den Wassern des Erwachens übrig geblieben war.
3
Südöstliches Harad / Eine folgenschwere Entscheidung
« Letzter Beitrag von Fine am 21. Okt 2018, 19:48 »
Eine geisterhafte Stille hatte sich über den Hügel, auf dem Músabs Kommandoposten stand, gesenkt. Der Staub, den die Kämpfer aufgewirbelt hatten, sank nur sehr langsam zu Boden. Narissa hustete leise. Ihre Wunde hatte aufgehört zu bluten und Aerien wusste, dass ihre Freundin überleben würde... vorausgesetzt, das Heer Kermas blieb an diesem Tag siegreich.
Aerien kam mühsam auf die Beine. Ganz in der Nähe stand Músab, dessen Blick noch immer starr nach Nordwesten gerichtet war. Dort war nun die feindliche Verstärkungsarmee sichtbar geworden, die sich dem Schlachtfeld näherte. Noch während Aerien hinsah, löste sich ein einzelner Reiter aus den Reihen der Verstärkungsarmee. Sie hörte, wie Músab tief einatmete. "Jetzt wird sich zeigen, wie gut es das Schicksal heute mit uns meint," murmelte der König.
Der Reiter kam näher. Genau auf den Hügel Músabs preschte er zu. Schon nahmen die verbliebenen Gardisten des Königs eine Abwehrformation ein, doch Músab hob die Hand. "Lasst ihn passieren," befahl er.
Als der Bote nahe genug herangekommen war, dass man sein Gesicht erkennen konnte, lief es Aerien eiskalt den Rücken hinunter. Sie hatten den Mann dort erst vor zwei Tagen zuletzt gesehen. "Mustqîm," stieß sie hervor. "Was will dieser Abschaum denn hier?"
Sie musste nicht lange auf die Antwort auf ihre Frage warten. Mustqîm sprang geschickt aus dem Sattel und trat vor den König, eine spöttische Verbeugung andeutend. "Qore," grüßte er knapp.
"Es ist gut, dass Ihr kommt," entgegnete Músab. "Wie steht es nun um unsere Abmachung?"
Abmachung? dachte Aerien. Er hat eine Abmachung? Mit... dem da?
"Ich muss schon sagen, König Músab, ich bin beeindruckt von Eurer Gerissenheit," antwortete Mustqîm. "Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie überrascht ich war, auf dem Heimweg nach Qafsah auf Boten Suladans zu treffen, die mir einen neuen Auftrag gaben."
"Wir haben keine Zeit für Geschichten," unterbrach Músab ihn. "Seht Ihr denn nicht, dass dort unten eine Schlacht geschlagen wird? Sprecht schon - gilt das Bündnis?"
"Was?" entfuhr es Aerien, die fassunglos war. Ein Bündnis? Mit Suladan? Das kann nicht sein Ernst sein!
Mustqîm lächelte, als sein Blick Aerien und die etwas abseits kauernde Narissa streifte. "Ihr mögt in letzter Zeit bei der Wahl Eurer Verbündeten kein besonders gutes Urteilsvermögen bewiesen haben, doch immerhin habt Ihr erkannt, wer den Krieg in Harad gewinnen wird. Nun, da Ihr das Königssymbol besitzt, wird Euer Volk keinen anderen Herrn als nur Euch akzeptieren. Deshalb bleibt Suladan kaum eine andere Wahl, als Euch zu unterstützen, wenn er im Gegenzug auf die Unterstützung Kermas vertrauen will. Haltet das Wort, das Ihr Euren Boten an Suladan überbringen ließet, und sagt Euch von den Rebellen los. Erkennt Suladan als Sultan aller Haradrim an, dann wird er Euch im Gegenzug als Erben von Kush und als König von Kerma anerkennen."
Auch Narissas Gesicht zeugte von Schock, der sich rasch in Wut wandelte. Aerien wusste genau, wie sehr Narissa ihren Vater hasste. Und jetzt zu sehen, wie Músab sich dem Herrn von Qafsah anschloss...
"Ich stehe zu meinem Angebot," bestätigte Músab. "Nun macht schon! Diese Schlacht hat lange genug gedauert."
Mustqîm grinste. Dann zog er ein großes, rotes Horn hervor und stieß dreimal hinein. Beim dritten Ton wechselten die anrückenden Verstärkungstruppen die Marschrichtung... und fielen Kashtas Heer überraschend in die offene rechte Flanke. Gleichzeitig lösten sich die von Suladan zur Verstärkung Kashtas entsandten Haradrim an der linken Flanke der Invasoren aus der Formation und wechselten ebenfalls die Seite. Das Zentrum, das aus verräterischen Kermern und Söldnern bestand, geriet in vollkommene Unordnung.
"Alle Truppen sollen sofort gegen die verbliebenen Verräter vorrücken," befahl Músab. "Und seht zu, dass nicht einer von ihnen entkommen kann."

Als die Schlacht vorbei war, warf man die Leichname der Verräter auf einen großen Haufen, während die gefallenen Loyalisten ehrenvoll auf einen großem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Derweil versammelten sich auf Músabs Kommandoposten die Anführer, die die Schlacht überlebt hatten. Músab selbst und seine Generäle, Aspelta und Taloraqen betrauerten den Verlust von König Abdul von Assuit, der beim Fall des Mûmaks an der linken Flanke sein Leben verloren hatte. Zu ihnen gesellten sich auch Gatisen und die beiden Anführer der Haradrim Sûladans: Yusuf al Samaal, der die Haradrim in Kashtas Heer kommandiert hatte, und Mustqîm, der Sohn Suladans. Von Balâkan hatte jegliche Spur gefehlt, und auch Kashta, der Tyrann, war gegen Ende der Schlacht verschwunden.
Aerien hörte, wie Gatisen auf seinen Onkel einredete. Der junge Prinz, der an vorderster Front gekämpft und einen tiefen Schnitt an der Stirn davongetragen hatte, schien von dem Seitenwechsel der Haradrim vollkommen überrascht geworden zu sein. "Du hast ein Bündnis mit Suladan ausgehandelt?" fragte Gatisen fassungslos. "Hast du denn schon vergessen, dass wir damit wieder Sauron unterstehen würden?" Aerien musste Gatisen recht geben. Auch sie hielt Músabs Entscheidung für einen gewaltigen Fehler.
"Kerma untersteht niemandem außer mir," entgenete Músab. "Ich habe lediglich einen Nichtangriffspakt mit Suladan geschlossen. Es wird wieder Handel zwischen Kerma und Qafsah geben, und wir werden beidseitig unsere Grenzen füreinander öffnen. Ich erkenne Sûladan als Sultan seines Reiches an und er mich als König von Kerma. In seiner Weisheit hat er erkannt, dass er gegen den Anspruch, den mir das Königssymbol verleiht, nicht angekommen wäre. Kashta, seine Marionette, wäre gestürzt worden, selbst wenn er diese Schlacht gewonnen hätte."
"Ich hoffe, du hast dir das gut überlegt," sagte Gatisen leise.
"Ich habe sehr viel darüber nachgedacht. Das Leid, das ich in Assuit und Napata gesehen habe, hat ich in meiner Entscheidung bestärkt. Ein Bündnis mit Suladan ist der beste Weg, um mein Volk zu beschützen und vor weiterem Leid zu bewahren."
"Hoffentlich hast du recht," murmelte Gatisen, der nicht sonderlich überzeugt drein blickte.
Músab stieß einen tiefen Seufzer aus. Dann richtete er sich zu voller Größe auf. "Entsendet Reiter mit frischen Pferden in alle Richtungen! Ich will, dass Kashta und der Mörder meiner Mutter gefasst werden!"
Boten eilten davon, um die Befehle des Königs in die Tat umzusetzen.

"Wird es gehen?" fragte Aerien ihre weißhaarige Freundin, die es irgendwie geschafft hatte, in Grauwinds Sattel zu klettern.
Narissa verzog das Gesicht, doch dann nickte sie. "Ja, es wird gehen. Jetzt, da die Schlacht vorbei ist, können wir Kerma endlich verlassen und den Heimweg antreten. Ich habe nämlich einem König, der sich mit Suladan abgibt, nichts mehr zu sagen." Der Blick, den sie dabei hatte, war tödlich.
Aerien stimmte ihr zu. Rasch stieg sie ebenfalls auf den Rücken ihres Rosses. Ihr Gepäck hatte sie bereits in Karabs Satteltaschen verstaut.
Ehe sie losreiten konnten, näherte sich Músab ihnen. Auch der König war inzwischen beritten. Eine zehnköpfige, schwer gerüstete Gruppe von Gardisten folgte ihm. "Meine Freunde," sagte Músab. "Noch immer bin ich in Sorge wegen eurer sicheren Heimkehr. Deshalb habe ich einen Vorschlag für euch. Kerma braucht noch immer Verbündete, und ich werde sie im Westen suchen gehen. Mein Ziel ist das Nekropolenreich von Ta-Mehu."
Narissa würdigte Músab keines Blickes. Doch sie besaß genug Verstand, um nicht einfach davonzureiten. Stattdessen schien sie Aerien die Entscheidung zu überlassen, Músab weiter anzuhören.
"Wie Ihr wisst, sind wir keine Freunde Sûladans," entgegnete Aerien mit angemessener Schärfe. "Ganz im Gegenteil."
"Mein Wort wird für Eure Sicherheit gewähren," antwortete Músab. "Euer Heimweg deckt sich zum Großteil mit meinem Weg nach Ta-Mehu. Lasst uns diesen Weg gemeinsam gehen."
Schweigen antwortete ihm. Der König wartete noch einen Augenblick ab, ehe er sagte: "Ich habe noch einige Dinge zu erledigen, damit Kerma in meiner Abwesenheit nicht ohne Schutz bleibt. Doch meine Gruppe wird in einer halben Stunde aufbrechen. Ihr habt bis dann Zeit, um Eure Entscheidung zu treffen."
Er setzte sich in Bewegung und ritt langsam den Hügel hinab, gefolgt von seinen Gardisten. Doch der letzte der gepanzerten Reiter blieb stehen. Aerien benötigte einen Augenblick, doch dann erkannte sie Aglâran.
"Ich... möchte mich erneut dafür bedanken, was du während des Angriffs getan hast, Aglâran," sagte Aerien vorsichtig.
"Es war ein Reflex," sagte der Krieger kalt. "Ich habe dich schon früher beschützt, Azruphel. Als ich sah, wie du fielst, übernahmen meine Instinkte. Es hat mir keine Freude bereitet."
"Vielleicht sollten wir darüber sprechen," antwortete Aerien.
"Vielleicht. Ein Andermal. Wenn wir unterwegs dafür Zeit haben, habe ich noch einige Fragen."
"Unterwegs?"
"Ihr kehrt zurück an den Ort, von dem sie stammt, nicht wahr?" Der behandschuhte Finger Aglârans zeigte auf Narissa, die ihre Abneigung unverhohlen zeigte.
"Nach Tol Thelyn, das ist richtig," sagte Aerien.
"Dann werde ich euch dorthin begleiten." Es war keine Frage.
"Ähm... nun gut, dann..."
"Das genügt mir," sagte Aglâran. Dann ritt er langsam davon.
"Uuuund er ist immer noch unheimlich," raunte Aerien Narissa zu, die leise lachte.
"Hör auf, solche Sachen zu sagen," beschwerte sie sich. "Wenn ich lachen muss, tut es mehr weh."
Aerien seufzte. "Wir werden mit Músab und mit Aglâran reisen, oder?"
"Führt wohl kein Weg dran vorbei," meinte Narissa. "Bis zur Insel. Das muss reichen."
"Bis zur Insel, ja. Und dann...
"Um das "dann" kümmern wir uns, wenn wir zuhause angekommen sind."


Músab, Aerien, Narissa und Aglâran zur Harduin-Ebene
4
Sonstiges / Re: Skulldur´s Let´s Plays
« Letzter Beitrag von Skulldur am 21. Okt 2018, 17:15 »
War Thunder News Recap. Vieles wurde in dieser Woche vorgestellt, Panzer, Flugzeuge, Schiffe, kostenloser Skin, SC-Panzer Giveaway und ein Update!

https://www.youtube.com/watch?v=o9wwl3Utopo
5
RPG Library / Re: Annals of Aman
« Letzter Beitrag von Walküre am 21. Okt 2018, 16:15 »
Zitat
Enchantress, Dame of Wonder,
Born in legend, come from yonder,
Stretch your arm and cure the ill,
Bound by fate's cruel wheel.

Speak your magic and chant the song,
That cleanses filth and mends the wrong,
Fey Maiden, keep my worried heart secure,
Within your golden realm, where ruthless time you ever endure.

6
RPG Library / Re: Antique Lyrics of Arda
« Letzter Beitrag von Walküre am 21. Okt 2018, 15:45 »
HUMMING



Zitat
Humming is the sound of war,
Not vivid yet, not as the crimson stain of gore,
That will water rivers and plains,
Should the abyss release its banes.

Until the hour shall we shed no tear,
Ere darkness casts its veil shall foretell the seer,
How morn and eve are to eclipse,
Leaving but sheer anguish, in much ominous glimpse.

Humming will be the trumpet of battle,
Calling for contest, neither feigned nor subtle,
At the ending chapter of the book,
When any hope the gentle side forsook.

So will all occur,
Many light and fairness forswore,
For none had dared come forth,
Either from scorching South or chilling North.
7
Allgemeine Modding-Fragen / Re: Aufstieg des Hexenkönigs
« Letzter Beitrag von Amariel am 21. Okt 2018, 14:58 »
Hab die ini auf meiner zweiten festplatte in einem extra ordner entpackt ^^
habe dann beim einfügen add directory gewählt und musste halt alles immer bestätigen. Die ersten Änderungen haben geklappt. Die Farben sind so drin wie ich die wollte ^^
Ich hab allerdings noch ein kleines Problem. Ich habe mal die config der Isengardtürme mit den Mordorkampftürmen verglichen um zu sehen was ich einfügen muss damit ich ein Batallion dort reinschicken kann. Das klappt ingame super, allerdings ist jetzt die frage, was muss ich für eine Zeile einfügen damit ich das Battalion im Turm sehe und auch wieder aus dem Turm abziehen kann? Ich habe für die Mordortürme einen Einheitenslot vorgesehen
8
Allgemeine Modding-Fragen / Re: Aufstieg des Hexenkönigs
« Letzter Beitrag von Gnomi am 21. Okt 2018, 14:12 »
Du darfst die bigs nicht direkt im spieleordner verändern. Ziehe sie zuerst auf den Desktop, verändere sie dort und zieh sie dann wieder zurück.
Schau zudem jetzt nochmal mit finalbig (öffnen) in deinen spielordner. Teilweise befinden sich dort unsichtbare kopien deiner ini, die anstelle der sichtbaren Datei gelesen werden, nachdem man die Datei im Ordner verändert hat. Mit finalbig sieht man sie halt beim Öffnen und kann sie wieder löschen.^^
Das Problem tritt seit windows vista auf und liegt soweit ich das mitbekommen habe an den Adminberechtigungen in dem Ordner.^^
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Allgemeine Modding-Fragen / Re: Aufstieg des Hexenkönigs
« Letzter Beitrag von Amariel am 21. Okt 2018, 12:55 »
@No1Gamer Danke für den Tipp ;)
Ich hab das spiel auf 3 Laptops ^^ und die saubere ini habe ich sowohl als auf einer externen Festplatte und als auch in meiner Dropbox nochmal. Und mit den restlichen "backups" komme ich glaube auf 7 saubere ini datein ^^

Ich habe allerdings irgendwie ein kleines Problem mit Finalbig wenn ich die Datein wieder einfügen will. Sobald ich die entpackte datei einfügen will schickt mich das programm ja in den Bearbeitungsmodus. Dann ziehe ich die datein nochmal rein und speichere die änderung. Wenn ich dann die veränderung teste (hab das in SuM 1 gemacht) zeigt es dann im Gefecht keine Wirkung. Geändert habe ich wesentlich die Kommandeurpunkte im Freien Gefecht und für Multiplayer. Soll ich dann lieber die Importfunktion (add file oder add directory) nehmen?
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Allgemeine Modding-Fragen / Re: Aufstieg des Hexenkönigs
« Letzter Beitrag von No1Gamer am 21. Okt 2018, 10:59 »
zu 5.:
Kleiner Tipp, wenn du wirklich etwas mehr moddnen willst: Entpack dir die Dateien und bearbeite sie dann mit nem Text-Editor. Ist wesentlich einfacher. Du kannst sie danach einfach wieder in die Big einfügen oder besser noch dir eine eigene Big erstellen, damit du Modifikation und Original sauber getrennt hast.
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