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Herr der Ringe / Re: Arda-Quiz
« Letzter Beitrag von Firímar am Heute um 21:00 »
Richtig bis auf Hurin, da die Stadt von Imrahil kontrolliert wurde (im Buch steht ca. "Das Banner Dol Amroths wehte über der Stadt und Fürst Imrahil von Dol Amroth hatte die Kontrolle inne".
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Rohan / Die Schildmaid
« Letzter Beitrag von Fine am Heute um 15:12 »
Nach dem Essen saßen sie noch den ganzen Abend beisammen und unterhielten sich so frei wie noch nie zuvor. Beide schienen einander nun besser zu verstehen und insbesondere Zarifa hatte einen Teil ihrer Zurückhaltung abgelegt. Cyneric erfuhr in diesen Stunden viel davon, wie Zarifa einst in der fernen Stadt Umbar gelebt hatte und was sie durchgemacht hatte. Es machte ihm seinen Abschied nicht gerade einfacher, doch er war dennoch froh, Zarifa noch besser kennenlernen zu können. Seinerseits erzählte er der jungen Südländerin Geschichten aus der Zeit vor dem Krieg, von dem ruhigen Familienleben in Hochborn und von seinem jüngeren Bruder. Bis kurz vor Mitternacht verbrachten sie einen geradezu unbeschwerten Abend miteinander und trotz des Abschiedes, der ihnen beiden bevorstand, schlief Cyneric in dieser Nacht außerordentlich gut und ungestört.

Am darauffolgenden Tag war Zarifa früh auf den Beinen und öffnete lautstark die Fensterläden des kleinen Zimmers, das Cyneric für sie beide gemietet hatte. Längst schon hatte er dafür Sorge getragen, dass der Gastwirt das Mädchen aus Umbar mindestens für einige Wochen nicht mit Geldforderungen behelligen würde - so lange die von Cyneric im Voraus bezahlten Münzen eben reichen würden. Gemeinsam nahmen sie unten in der Schankstube ein Frühstück ein; danach packte Cyneric seine Habseligkeiten zusammen.
"Was wirst du den anderen Gardisten denn nun sagen?" fragte Zarifa neugierig. "Werden sie nicht Fragen stellen, wenn du plötzlich verschwindest?"
"Ehrlich gesagt weiß ich es nicht," entgegnete Cyneric, als sie gerade den Gasthof verließen. Obwohl er sich bereits lange den Kopf darüber zerbrochen hatte, war ihm einfach keine schlüssige Erklärung dafür eingefallen, dass er kaum einen Monat nach seiner Rückkehr nach Rohan erneut in Richtung Rhûn aufbrechen würde. Er hatte sich letzten Endes dafür entschieden, mit der Königin darüber zu sprechen, falls Éowyn dafür Zeit hatte.
Auf dem Weg zur königlichen Residenz begegneten Cyneric und Zarifa mehrere Gardisten, die Cyneric zum Großteil amüsierte Blicke zuwarfen. "Sei bloß vorsichtig!" sagte einer der Männer. "Wenn du nicht aufpasst, wird sie bald über dein ganzes Leben bestimmen!"
Cyneric warf Zarifa einen verwunderten Blick zu, doch diese antwortete nur mit einem ebenso ahnungslosen "Hä?"
Vor den Toren des Palastes angekommen offenbarte sich ihnen die Lösung des Rätsels. Vier Gardisten standen dort im Halbkreis um eine vertraut wirkende Frau herum, die dem Aussehen nach eine Schildmaid Rohans zu sein schien. Das hellbraune Haar war zu einem breiten Zopf geflochten, der Cyneric an die Lieblingsfrisur seiner Tochter erinnerte und der unter dem Helm der Kriegerin hervorragte. Sie trug eine schwere Rüstung aus Leder und war mit Schild und Speer bewaffnet. Ein dunkelgrüner Umhang nach Art der Rohirrim der Ostfold vervollständigte die Ausrüstung.
"Ich muss schon sagen, Cyneric," sagte einer der Gardisten, als sie näher gekommen waren. "Das hätte ich dir nach all der Zeit gar nicht zugetraut. Firalda scheint ja wirklich ein bodenstädiges Mädchen zu sein."
Firalda - bei der es sich natürlich um niemand anderen als Ryltha handelte, die nahezu perfekt in die Rolle einer Schildmaid der Riddermark geschlüpft war - lächelte strahlend. "Ich hoffe, ich lerne seine Tochter bald kennen," sagte sie und beeindruckte Cyneric mit ihrem akzentfreien Rohirrisch.
"Wer hätte gedacht, dass es in der Wold noch solche Frauen gibt?" mischte sich ein anderer Wächter ein. "Wenn du dort angekommen bist, solltest du ihnen ausrichten, dass es in Aldburg so manche tapfere Recken gibt, die noch zu haben sind."
Cyneric konnte sich inzwischen relativ gut denken, was hier gespielt wurde. Zarifa hingegen...
"Ich versteh's nicht," sagte sie, glücklicherweise leise genug, dass nur Cyneric sie hören konnte.
"Da bist du ja, mein Held," sagte "Firalda" und fiel Cyneric um den Hals. Dabei zischte sie ihm beinahe unhörbar ins Ohr: "Spiel mit, sonst bereust du es..."
"Äh... Ja. Wie schön, dich zu sehen," stotterte er etwas betreten. "Du... hast dich also bei den Gardisten vorgestellt?"
"Sie hat uns von euren Plänen erzählt," beantwortete einer der Soldaten die Frage. "Zu schade, dich jetzt schon wieder zu verlieren."
"Nun, ich denke, es ist für uns so am Besten," meinte Cyneric, der Böses ahnte.
"Die Grenze am Ostwall ist seit dem Feldzug gegen Dol Guldur ruhig geblieben," meinte ein anderer Gardist. "Ich glaube, wir müssen uns um euch beiden keine Sorgen machen, wenn ihr euch den Reitern der Grenzpatrouille anschließt."
"Wir würden alles tun, um unser Volk in Sicherheit zu wissen," sagte Ryltha zuckersüß. "Deshalb werden wir Aldburg verlassen und in die Wold zurückkehren, um im Haus meiner verstorbenen Eltern zu leben und unsere Tage mit dem Schutz der Grenzen verbringen."
Die Gardisten nickten und ihre Blicke zeugten von Respekt und Bewunderung. Auch ein klein wenig Neid war dabei. Cyneric konnte die Männer zu einem gewissen Grad verstehen - Ryltha war durchaus hübsch anzusehen und konnte eine charismatische Aura an den Tag legen, wenn es ihr von Nutzen war. Gleichzeitig war er zutiefst angewidert von der Leichtigkeit, mit der die Schattenläuferin ihrer Betrügereien über die Bühne brachte.
"Ihr beiden... sollt ein Paar sein?" platzte es aus Zarifa heraus, die mittlerweile offenbar verstanden hatte, was "Firalda" andeutete.
"Ist das nicht offensichtlich?" sagte Ryltha und klammerte sich verliebt an Cynerics Arm.
"Äh... naja..." stammelte Zarifa, bis Cyneric ihr mit einer versteckten Geste zu verstehen gab, dass er ihr alles später in Ruhe erklären würde.
"Jetzt sollten wir uns auf den Weg machen, mein Geliebter," säuselte Ryltha und begann, an Cynerics Hand zu ziehen. "Du hast deine Sachen ja bereits zusammengepackt, wie ich sehe. Unsere Pferde warten an den Stallungen schon auf uns."

Notdürftig verabschiedete Cyneric sich von den Gardisten und gemeinsam mit Zarifa folgte er Ryltha durch die vollen Straßen Aldburgs bis zum großen Tor im Norden der Stadt, wo sich die Stallungen befanden. Unterwegs flüsterte Cyneric Zarifa die Lösung des Rätsels namens "Firalda" ins Ohr - Ryltha gab ihm einen triftigen Grund, die Stadt zu verlassen, indem sie sich als Cynerics Geliebte ausgab, die aus der Wold stammte und dorthin zurückkehren wollte. Zarifa hatte mit Skepsis reagiert, jedoch keine Einwände erhoben.
Wie selbstverständlich führte Ryltha sowohl Cynerics Schlachtross Rynescéad als auch eine hellbraune Stute heraus, welche die Schattenläuferin rasch mit dem wenigen Gepäck belud, das sie mit sich führte. Ohne noch länger zu warten kletterte sie in den Sattel.
"Ich schätze, jetzt heißt es Abschied nehmen," sagte Cyneric bedrückt zu Zarifa, die etwas verloren am Ausgang der Stallungen gewartet hatte.
Er sah, wie die junge Südländerin tief durchatmete. Dann veränderte sich ihr Gesichtsausdruck und sie nahm Cynerics Hand zwischen ihre beiden Hände. "Pass auf dich auf," sagte sie mit fester Stimme.
"Du ebenfalls," war alles, was Cyneric zur Antwort einfiel. Er wusste nicht, was er Zarifa sagen sollte. Natürlich wünschte er sich, sie würde bald jemanden finden, der ihr half, ihr Leben in Frieden zu leben, doch genauso gut wusste er, dass Zarifa es sich mehr als alles andere wünschte, unabhängig und frei zu sein, und für sich selbst sorgen zu können.
"Solltest Aldburg verlassen, ehe ich aus Rhûn zurückkehre, richte jemandem aus, wohin du gehst," sagte er. "
"Immer noch in Sorge um mich, was?" stichelte Zarifa. Doch dann nickte sie. "Ich werde schon nicht spurlos verschwinden. Wir sehen uns bestimmt wieder."
"Ja, bestimmt. Bis dahin - lebewohl, einstweilen, Zarifa."
"Leb' wohl!"
Mit schwerem Herzen schwang Cyneric sich in den Sattel und folgte Ryltha, die bereits am Tor ungeduldig wartete, auf die Straße jenseits von Aldburg hinaus.


Cyneric und Ryltha nach Osten
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Herr der Ringe / Re: Arda-Quiz
« Letzter Beitrag von Fine am Heute um 13:37 »
Ist die Reihenfolge wichtig? zu 100% sicher bin ich mir da nämlich nicht.

Nach Ecthelion übernahm natürlich erstmal sein Sohn Denethor II. die Herrschaft. Als dieser verschied, ging das Kommando eigentlich an Faramir über, während der Belagerung der Stadt führten aber faktisch Gandalf und Imrahil den Befehl. Nach Aragorns Ankunft betitelte dieser sich nur als Anführer der Dúnedain des Nordens; Minas Tirith unterstand derweil Húrin, dem Bewahrer der Schlüssel, bis Faramir aus den Heilhäusern entlassen wurde. Faramir übergab dann bei Aragorns Krönung die Kontrolle an den neuen Herrscher, Elessar I.
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Herr der Ringe / Re: Arda-Quiz
« Letzter Beitrag von Firímar am Heute um 11:41 »
Welche Personen herrschten (formal) über Minas Tirith, nach dem Ecthelion II. verschieden war?

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[Edain] Bug-Meldungen / Re: Bugs bei bestimmten Maps
« Letzter Beitrag von Singollo am Gestern um 18:19 »
Map: Minas Morgul

Grond verursacht keinen Schaden gegen die Tore und die Zitadelle der Festung.
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Herr der Ringe / Re: Arda-Quiz
« Letzter Beitrag von Herumor am Gestern um 17:36 »
Richtig! Firimar, du bist dran! [uglybunti]
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[Edain] Discussion and Feedback / Re: Ask the Edain Team
« Letzter Beitrag von FG15 am Gestern um 15:33 »
The Edain one uses scripts to give her the upgrade Upgrade_EowynConditionSt ealthe, while she is disguised. And that upgrade activates the stealth.
8
[Edain] Discussion and Feedback / Re: Ask the Edain Team
« Letzter Beitrag von The_Necromancer0 am Gestern um 15:30 »
I did see that bit in 2.01, but it looks like in Edain it was changed back to simply displaying her as Mounted Eowyn for everyone. I also checked by giving an Eowyn to the AI and having them trigger her disguise and she still appeared as Eowyn to me.

2.01 Code
Behavior = SpecialDisguiseUpdate ModuleTag_SpecialDisguiseUpdateUpdate               
  DisguiseAsTemplate = RohanEowynDisguised
  DisguisedAsTemplate_EnemyPerspective = RohanRohirrimHorde
End
Edain Code
Behavior = SpecialDisguiseUpdate ModuleTag_SpecialDisguiseUpdateUpdate               
         DisguiseAsTemplate      = RohanEowyn_mod ;;;RohanEowynDisguised_mod
         DisguisedAsTemplate_EnemyPerspective = RohanEowyn_mod ;;; RohanRohirrimHorde
    End
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[Edain] Discussion and Feedback / Re: Ask the Edain Team
« Letzter Beitrag von FG15 am Gestern um 15:23 »
Never really tested the code myself, but apparently her disguise changes what object she is displayed as. So for the own player it is just a different Eowyn version, and for the enemy a Rohirrim horde.
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Palisor / Die Stadt im Marschland
« Letzter Beitrag von Fine am Gestern um 15:15 »
Córiel, Jarbeorn und Vaicenya aus dem Tal von Dalvarinan


Dank Vaicenyas Ortskenntnissen war es der Gruppe ohne Probleme gelungen, die mitten im Marschland liegende Ansiedlung der Cuind zu finden. Dort angekommen waren ihnen prompt ihre Waffen abgenommen worden und sie waren der Cuind-Fürstin vorgeführt worden. Córiel hatte damit begonnen, Fürstin Nénsilmë die Botschaft Herions auszurichten, welche wortlos entgegen genommen wurde. Eine hoheitsvolle Ausstrahlung ging von der Herrin der Cuind aus, in deren Halle es so still war, dass man von draußen den leisen Klang ferner Musik zu hören glaubte.
Nachdem Córiel geendet hatte, fixierte Nénsilmë sie mit einem kühlen Blick und sprach zum ersten Mal. Mit kühler Stimme sagte sie ein einzelnes Wort:

"Nein."

Córiel glaubte zunächst, sich verhört zu haben. Nein? Meint sie das etwa ernst? Nach und nach wurde ihr klar, dass die Fürstin der Cuind Herions Hilfegesuch tatsächlich rundheraus abgelehnt hatte.
"Wie bitte?" entfuhr es Vaicenya.
"Ich sagte Nein," wiederholte Nénsilmë mit fester Stimme. "Wer seid Ihr, meine Entscheidung in Frage zu stellen?" Die dunklen Haare fielen der herrschaftlichen Elbin über beide Schultern und waren so lang, dass sie bis zu den Hüften reichten. Sie trug ein dunkelgrünes Gewand, das mit goldenen Stickereien verziert war, und auf ihrem Haupt ruhte ein Kranz aus weißen Blüten, die vermutlich aus dem See rings um die Ansiedlung der Cuind stammten. Wächter in braunen Rüstungen aus festem Leder standen zu beiden Seiten neben dem erhöhten Sitz ihrer Herrin. Abgesehen davon war die kleine Halle, in die man sie gebracht hatte, leer.
Das fängt ja gut an, dachte Córiel und warf einen verstohlenen Blick zu Jarbeorn hinüber, der ein Stückchen abseits in der Halle der Fürstin stand und ein wenig abwesend wirkte. Das große Herrenhaus, das im Zentrum der Siedlung Néndallin lag, wirkte nun noch weniger einladend als es Córiel ohnehin schon vorgekommen war.
"Verzeiht, Herrin Nénsilmë," hörte Córiel sich selbst sagen. "Es lag nicht in unserer Absicht, Euch geringzuschätzen."
"Und doch tut ihr genau dies," erwiderte die Herrin der Cuind kalt. Sie saß auf ihrem hohen Sitz, hatte die Beine übereinander geschlagen und die Fingerspitzen aneinander gepresst. "Ihr kommt als Fremde hier her, um mein Volk mit vergifteten Worten und respektlosen Behauptungen in große Gefahr zu locken."
Was für eine Anschuldigung! dachte Córiel. Wie soll ich darauf nur antworten?
"Welche Lügen werft Ihr uns vor?" erkundigte sich die Hochelbin vorsichtig. "Ich versichere Euch, dass alles, was ich gesagt habe, der reinen Wahrheit entspricht."
"Ich kenne Herion von den Hwenti gut," sagte Nénsilmë. "Seine Leute haben nur noch wenig Umgang mit Fremden, geschweige denn mit Verrätern wie dieser dort." Der Blick, mit dem sie Vaicenya streifte, war tödlich. "Niemals würde er euch zu seinen Boten ernennen und erlauben, in seinem Namen zu sprechen."
Aus den Augenwinkeln nahm Córiel wahr, wie Vaicenya sich mehr und mehr versteifte. Die Hände der Dunkelelbin waren längst zu Fäusten geballt. Córiel war froh, dass man ihnen die Waffen abgenommen hatte.
"Darüber hinaus hast du behauptet, den Ilcalocë mit eigenen Augen gesehen zu haben, und diese Begegnung überlebt zu haben. Wenn das die Wahrheit ist - worauf du zu bestehen scheinst, Melvendë von den verlorenen Tatyar - dann war es mehr als nur töricht von dir, hier her zu kommen. Dieser Drache, falls er wirklich mehr als nur eine Legende ist, ist imstande, jeden zu wittern, mit dem er gesprochen hat. Längst trägst du das Mal des Drachen auf dir, Melvendë. Und bringst jeden in Gefahr, der in deiner Nähe ist."
Córiel blieb beinahe die Luft weg. So etwas hatte sie zwar selbst schon vermutet, diesen Gedanken jedoch als unbegründete Sorge abgetan. Wenn der Drache sie tatsächlich jederzeit aufspüren konnte... worauf wartete er dann noch?
"Wenn du wahrhaftig dem Sternendrachen begegnet bist, Melvendë von den Tatyar, dann musst du Néndallin auf schnellstem Wege verlassen."
Die Hochelbin fand langsam wieder zu Atem, doch ehe sie sprechen konnte, nahm Jarbeorn das Wort. "Warum hat der Drache dann nicht längst angegriffen?" fragte er.
Nénsilmë musterte den Beorninger einen Moment lang eindringlich. Dann blickte sie auch Córiel genau ins Auge und schwieg eine volle Minute lang, ehe sie weitersprach. "Da ist keine Unwahrheit in deinem Blick," sagte die Herrin der Cuind. "Dann bist du dem Drachen also tatsächlich begegnet, so unwahrscheinlich es auch sein mag." Sie machte eine erneute Pause und begann, langsam den Raum zu durchqueren. "Und du bist ihm entronnen..."
"Mit viel Glück," sagte Córiel, dankbar für die Glaubwürdigkeit, die Nénsilmë ihr im Augenblick zuteil werden ließ. "Der Drache ist schwer verwundet worden. Das ist vermutlich der Grund, weshalb er sich noch nicht wieder gezeigt hat. Es bleibt uns noch etwas Zeit - Zeit, die wir nicht ungenutzt verstreichen lassen dürfen. Nur vereint haben die Elben Palisors eine Chance gegen eine solche Urgewalt. Ich bitte Euch, Herrin Nénsilmë - überdenkt Eure Entscheidung, und geht auf Herions Bitte ein, zu dem Treffen der Stammesführer zu kommen."
Nénsilmë hatte die kleine Halle inzwischen beinahe durchquert, sodass Córiel und Jarbeorn sich nach ihr umdrehen mussten. Die Herrin der Cuind hatte sich von ihnen abgewandt, die Hände hinter dem Rücken zusammengelegt. Vorsichtig trat Córiel etwas näher, während der Beorninger bei Vaicenya im Hintergrund blieb. Die Dunkelelbin war still geworden und ihr Blick war leer, was Córiel mit Besorgnis erfüllte. Doch dafür war nun keine Zeit. Sie blickte zurück zu Nénsilmë, gerade als die Herrin der Cuind Córiel über die Schulter ansah.
"Nur wenig Liebe hege ich für jene, die mit Bitten zu mir kommen, ohne den gebührenden Respekt zu zeigen. Und auch wenn ich nun weiß, dass die Gefahr durch diesen Drachen nicht unbegründet ist..." Erneut ließ sie den Satz unvollendet, wie es ihre Art zu sein schien. Es kam Córiel so vor, als forderte Nénsilmë ihre Gesprächspartner mit dieser Eigenart dazu auf, aktiv mitzudenken und selbst auf Lösungen und Antworten zu kommen.
"Du willst dich also weiterhin vor den Gefahren der Welt da draußen verstecken," sagte Vaicenya mitten in die Stille hinein. "Das ist... enttäuschend. Ich hatte gehofft, dass ich nicht die Einzige wäre, die sich weiterentwickelt hat."
Nénsilmë fuhr herum und ihre bislang makellose Miene war für einen Sekundenbruchteil aus den Fugen geraten, bis sie ihre Züge wieder unter Kontrolle hatte. "Ich habe schon von deiner "Läuterung" gehört, Verräterin. Aber glaube nicht, dass ich deine Verbrechen so leicht vergebe oder vergesse, wie es die Hwenti offenbar tun."
"Meine Taten - oder Untaten - stehen hier nicht zur Debatte," konterte Vaicenya und kam näher. Die Wachen der Cuind rührten sich, aber mit einem raschen Wink von Nénsilmë kehrten sie zu ihrer regungslosen Position zurück. "Es geht hierbei um das Schicksal von ganz Palisor."
Nénsilmës Augen verengten sich gefährlich. "Und was schert mich der Rest von Palisor? Ich bin für mein Volk verantwortlich, nicht für das ganze Land, und die Sicherheit der Cuind wiegt für mich am schwersten. Die Berge, in denen der Drache haust, sind weit weg. Viele Wälder und Flüsse trennen uns von ihnen. Wieso sollte ich mich der Gefahr nähern?"
"Wälder und Flüsse sind kaum ein Hindernis, wenn man fliegen kann," merkte Jarbeorn an.
"Ihr seid hier genauso wenig sicher wie die Zwerge in ihren steinernen Hallen," ergänzte Córiel.
"Wie könnt ihr es wagen?" empörte Nénsilmë sich. "Ich sollte euch alle in den See werfen lassen, allen voran dieses unverschämte Weib dort." Ihr Blick durchbohrte Vaicenya, die keinen Schritt zurückwich. Der silberne Schmuck im Haar der Dunkelelbin glitzerte auf, als Vaicenya den Kopf leicht reckte, um Nénsilmës Anblick zu erwidern.

Wie so oft war es Jarbeorn, der für etwas Entspannung sorgte. "Ich denke, wir sollten nichts überstürzen," sagte der Beorninger kameradschaftlich, ehe er respektvoll vor der Herrin der Cuind das Haupt neigte. "Wir haben Meister Herions Botschaft nun überbracht und sollten der Herrin Zeit geben, um ihre Antwort in Ruhe zu überdenken."
Alle drei Elbinnen betrachteten Jarbeorn mit gemischten Blicken, was ihm ein kleines Lächeln entlockte. "Ich schätze, wenn mehrere so herrschaftliche Damen aufeinander treffen, wiegt wohl jedes Wort noch schwerer als sonst," sagte der Beorninger verschmitzt.
Während Córiel sich noch fragte, ob Jarbeorn mit herrschaftlichen Damen auch sie gemeint hatte, erregte etwas anderes Nénsilmës Aufmerksamkeit, was die Herrin der Cuind auf den Balkon hinaustreten ließ, der direkt an die kleine Halle angrenzte und einen guten Überblick über die Stadt Néndallin bot. Als Córiel näher kam, hörte sie Nénsilmë murmeln: "Noch mehr Neuankömmlinge, um die ich mich kümmern muss..." Sie hatte die Arme auf das Geländer des Balkons gelegt und blickte hinüber zum Ausgang der Ansiedlung, die aus einer langen Brücke zum Festland hin bestand. Dort war eine größere Gruppe von gerüsteten Elben zu sehen, die sich langsam dem Stadtzentrum näherten.
Ob diese Fremden vielleicht dabei helfen könnten, die Fürstin zu überzeugen? dachte Córiel und trat langsam neben Nénsilmë auf den großen Balkon, um einen besseren Blick auf die neuen Elben werfen zu können. Die meisten von ihnen waren beritten und trugen Rüstungen und Umhänge, die Córiel selbst in ihren uralten Erinnerungen nicht wiedererkannte. Unter den Fremden ritt ein etwas jünger wirkender Elb mit schwarzem Haar, der Córiel dadurch auffiel, dass eine silberne Strähne rechts über seine Stirn fiel.
"Komm schon, Stikke," sagte Jarbeorn, der sich neben sie geschoben hatte. "Wir sollten gehen, so lange man uns noch lässt. Suchen wir uns hier in der Stadt etwas zu essen."
"Eine ausgezeichnete Idee," murmelte Córiel, als sie dem Beorninger aus der Halle hinaus folgte.
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