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Sonstiges / Re: Falsch zugeordnete Zitate
« Letzter Beitrag von Firímar am Heute um 21:19 »
"Internet ist für uns alle Neuland"
Marcel Davis

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Allgemeine Vorschläge / Re: Eine Kampanie für den Edain Mod
« Letzter Beitrag von SamonZwerg am Heute um 21:05 »
Das kann man dann schauen, da habe ich keine Ideen zu aber wie seht ihr denn so die Kampanie bis jetzt.
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Allgemeine Vorschläge / Re: Eine Kampanie für den Edain Mod
« Letzter Beitrag von Eomer der Verbannte am Heute um 19:00 »
Also Thorin könnte man gut einbauen finde ich, allerdings nicht als spielbaren Helden sondern eher als Held in einer Zwischenszene, die an die Vergangenheit erinnert.

Eventuell käme das gut rüber in einer Mission wo man die Zwerge spielt.
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Allgemeine Vorschläge / Re: Eine Kampanie für den Edain Mod
« Letzter Beitrag von SamonZwerg am Heute um 18:51 »
Ich habe mir auch überlegt ob ich die Geschichte vom Hobbit mit einbauen soll. Da wären dann Düsterwald und Eisenberge die hauptsächlich kämpfen würden.
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Allgemeine Vorschläge / Re: Eine Kampanie für den Edain Mod
« Letzter Beitrag von Edi der 3te am Heute um 18:18 »
das sind ja schon mal sehr gute ideen :) ich teile deine begeisterung für den "eigentlichen" ringkrieg

Zitat
Wollte auch mal von euch wissen was ihr davon halten würdet wen bei Ered Luin auch Thorin als Held dabei wäre. Ich weiß das er eigentlich Tot ist aber ich gehe in der Kampanie davon ja aus das die Helden überleben, sihe z.B. Boromir, so wie es bei der Kampanie Schlacht um Mittelerde auch war.

was das mit Thorin angeht finde ich zwar auch gut aber er ist dich mehrere jahre vor dem "eigentlichen" Ringkrieg gestorben, ich weiß es zwar nicht genau aber ich denke das zu zeiten thorins boromir noch in windeln rumgelaufen währe  :D also bin ich eigentlich dagegen.
Jedoch könnte man ja in manchen missionen das datum mit einbauen um etwas mehr logik und rechtfertigung für bereits Todgesagte zu erhalten  ;)
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Thal / Re: Vor der Stadtmauer
« Letzter Beitrag von Eandril am Heute um 18:18 »
Die Ostlinge erholten sich recht bald von ihrem Schock, und begannen sich gegen die Elben, die so plötzlich in ihrer Mitte erschienen waren, zu wehren. Oronêls und Finelleths Lage wurde von Augenblick zu Augenblick bedrohlicher, doch bevor sie in ernsthafte Gefahr gerieten überwältigt zu werden, ließ der Druck ihrer Gegner plötzlich nach. Oronêl streckte seinen letzten Gegner mit einem mächtigen Hieb direkt ins Gesicht, der dem Mann den Schädel beinahe vollständig spaltete, nieder, und hob den Kopf. Der Rest ihrer Truppen, die Elben und Menschen unter König Bards Befehl, hatten die Verwirrung, die Oronêl und Finelleth unter den Ostlingen gestiftet hatten, genutzt, und die Linie der Feinde durchbrochen.
"Ihr habt sicher nichts dagegen, wenn wir euch zur Hilfe kommen?", rief der König von Thal ihnen gut gelaunt zu, und hob zum Gruß das Schwert. Finelleth wechselte einen Blick mit Oronêl, wischte sich mit dem Daumen Blut, das aus einem tiefen Schnitt direkt über ihrem Wangenknochen lief, aus dem Gesicht, und grinste. "Ganz und gar nicht. Es wurde ein wenig eng hier."
Um sie herum stürmten Elben und Menschen gemeinsam den flüchtenden Ostlingen hinterher auf das Osttor der Stadt zu, doch Bard blieb bei Oronêl und Finelleth stehen. Auch Mírwen, die von ihrem Felsen heruntergekommen war und offenbar fast alle ihre Bolzen verschossen hatte, gesellte sich zu ihnen, hielt sich aber im Hintergrund. "Ich habe Nachricht erhalten, dass Khâmul Verstärkung aus dem Berg nach Thal entsandt hat", erklärte Bard. "Aber so wie die Schlacht läuft, wird uns das nicht auf Dauer aufhalten können." Von Westen wehte der Klang großer Glocken herüber, die geläutet wurden. "Offenbar haben unsere Leute einige der Wachtürme eingenommen. Wir sollten uns hier ein wenig beeilen, sonst heimsen Thranduil und Saruman den ganzen Ruhm ein." Bard wirkte überaus gut gelaunt, und Oronêl konnte es ihm nicht verdenken. Wenn diese Schlacht gut ausging - und es sah alles danach aus - wäre seine Heimat frei. Oder zumindest so frei, wie es unter der Herrschaft Sarumans möglich war...
"Dann sollten wir nicht hier herumstehen", erwiderte er, und nickte mit dem Kopf in Richtung des Tores. "Lasst uns noch ein paar Orks töten gehen."

Es war trotz allem noch ein hartes Stück Arbeit, das östliche Tor zu durchbrechen, doch schließlich gelang es ihnen. Vom Haupttor der Stadt stiegen Rauchfahnen auf, offenbar waren dort die Häuser im Chaos der Schlacht in Flammen aufgegangen oder von Khâmuls Truppen in einem verzweifelten Versuch, Sarumans Orks aus der Stadt zu halten, in Brand gesteckt worden. Doch was auch der Grund für die Brände war, sie hinderten die Uruk-hai offenbar nicht daran, weiter vorzurücken. Oronêl bekämpfte gerade mit einem Trupp Elbenkrieger eine Gruppe Ostlinge, die sich auf einem kleinen Platz ein Stück hinter der Mauer verschanzt hatten, als eine große Truppe Orks mit dem Zeichen der Weißen Hand aus den Straßen auf der anderen Seite des Platzes hervorbrach, und die Ostlinge von hinten niedermachte. Als der letzte Feind gefallen war, starrten Orks und Elben einander mit kaum verborgener Abscheu an und Oronêl, der sich als die Orks aufgetaucht waren, aus dem Kampf zurückgezogen hatte, ertappte sich dabei, dass seine Hand zum Griff seiner Axt wanderte.
Bevor jedoch irgendjemand etwas tun konnte, ertönte ein hoher, kalter Schrei, der langgezogen zwischen den Straßen von Thal wiederhallte, und jeglichen Schlachtenlärm übertönte. Es war der Schrei eines Nazgûl, der Orks und Elben gleichermaßen durch Mark und Bein fuhr. Viele der Uruk-hai fielen auf der Stelle auf die Knie und pressten die Hände gegen den Kopf. Die Elben hielten sich ein wenig besser, auch wenn die meisten von ihnen bleich waren und einige sich die Ohren zu hielten. Als der Schrei verklungen war sagte Oronêl: "Kommt. Wir müssen herausfinden, was er befohlen hat." Es stand für ihn außer Frage, dass dies ein Befehl Khâmuls an seine Truppen gewesen war.
Am Osttor traf er auf Finelleth, die mit ihrer Truppe auf einem anderen Weg weiter in die Stadt vorgedrungen war. Auch sie war blass, und humpelte ein wenig aufgrund einer frischen Wunde am rechten Oberschenkel, doch ihr Gesicht zeigte verhaltenen Triumph. "Sie ziehen sich zurück", sagte sie. "Wir hatten mit einer wirklich hartnäckigen Gruppe Orks zu tun, doch kaum war dieser Schrei zu hören, drehten sie sich um und marschierten in Richtung des Berges davon. Ich würde sagen, Thal ist unser."
"Sarumans, meinst du", meinte Oronêl leise. Das Hochgefühl, dass er normalerweise nach einer gewonnenen Schlacht verspürte, wollte sich nicht einstellen - nicht einmal Erleichterung über den Sieg. Er seufzte. "Nun, es lässt sich nicht ändern. Wir sollten sehen, ob die übrigen die Schlacht heil überstanden haben." Jetzt, wo die Schlacht vorüber war, spürte er auf einmal die Wunden, die er im Kampf davongetragen hatte. Es war nichts von Bedeutung, doch die Lanze eines Ostlings hatte ihm die Haut an der Seite aufgerissen, er hatte vom Zusammenprall mit einem Schild eine geprellte Schulter davongetragen, und am rechten Unterarm spürte er einen langen und tiefen Schnitt, von dem er keine Ahnung hatte, wie genau er ihn bekommen hatte.
Auch Finelleth hatte mehrere kleinere Wunden davongetragen, doch keine davon so schwer, dass sie sie am Weiterkämpfen hindern würde - und die nächste Schlacht würde kommen, denn auch wenn sie in Thal gewonnen hatten, so saß Khâmul doch noch immer im Einsamen Berg und war noch lange nicht vollends geschlagen.
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Sonstiges / Re: Falsch zugeordnete Zitate
« Letzter Beitrag von Eomer der Verbannte am Heute um 17:05 »
"Wieso nicht früher sterben als spät? Denn sterben müssen wir alle."
Der Papst
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Allgemeine Vorschläge / Re: Eine Kampanie für den Edain Mod
« Letzter Beitrag von SamonZwerg am Heute um 17:04 »
Habe neue Karten bei der Guten Kampanie hinzugefügt.

Aldburg (Rohan) Eomer,
Furten des Isen (Rohan) Theodred,
Täler der Ered Luin (Ered Luin) Dwalin, Balin, Bofur,
Wälder Loriens (Lothlorien) Rumil und Orophin, Haldir, Celeborn, Galadriel
Dol Amroth (Gondor) Imrahil
Minen der Eisenberge (Eisenberge) Thorin 3, Narin, Murin, Drar,

Wenn jemandem noch mehr Karten einfallen immer her damit.

Wollte auch mal von euch wissen was ihr davon halten würdet wen bei Ered Luin auch Thorin als Held dabei wäre. Ich weiß das er eigentlich Tot ist aber ich gehe in der Kampanie davon ja aus das die Helden überleben, sihe z.B. Boromir, so wie es bei der Kampanie Schlacht um Mittelerde auch war.
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[Edain] Gondor Suggestions / Re: Gandalf (Arnor)
« Letzter Beitrag von AulëTheSmith am Heute um 16:47 »
I perfectly agree with you about the lore you crafted. It is quite reasonable to set our sword as a gift for Cirdan. I had too the desire to preserve some the Elvish style even in this new weapon but i found nothing that satisfy me in the past days. Now instead, i want  to show you some intepretative drawigs about Elven kings blades, some are simply the one coming from the movies (there is Glamdring too and Orcrist, along with the Kings they were intended for). We can easly exclude curved or other particular shape blades as you said, but maybe in the others we can find something interesting:


The Fingon one (upper picture), for example, it's in the style you proposed :), or the Ingwë one (bottom picture) too if we get rid of those climbing branches along the blade :)
A note: could be reasonable in your opinion to make the blade shining in presence of enemy? it could underline the elvish provenance of the blade as well as distinguish it from Glamdring even when the zoom is not so high to notice the differences in details
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Das Nebelgebirge / Ein ungewöhnlicher Wegzoll
« Letzter Beitrag von Fine am Heute um 15:59 »
Córiel und Vaicenya aus Imladris


Sie hatten Eregion in aller Stille durchquert und sich dabei die natürliche Deckung zunutze gemacht, die das noch immer zu großen Teilen verlassene Land ihnen bot. Felsen, Wäldchen und Mulden entzogen sie dem Blick der Avari-Späher, deren Augen sich zumeist nach Norden und Osten wandten, von wo die Ork-Bedrohung aus dem Nebelgebirge noch immer heraufzog. Die Orks der Weißen Hand hatten sich bislang, soweit Córiel es mitbekommen hatte, auf kleinere Überfälle und Raubzüge entlang der Grenzen und am Hulsten-Kamm beschränkt, doch den Elben Eregions musste klar sein, dass der Großangriff nur eine Frage der Zeit sein konnte.
Córiel hatte unterwegs lange mit sich selbst im Zwiespalt gestanden. Vaicenya wäre eine wahrlich gern gesehene Gefangene am Hof der Avari-Königin gewesen. Sollte sie sich mit Absicht von den Manarîn-Spähern entdecken lassen? Die Versuchung war groß. Doch letzten Endes hatte die Hochelbin ihr widerstanden. Sie selbst würde in große Erklärungsnot geraten, wenn man sie gemeinsam mit einer gesuchten Verbrecherin in Eregion aufgriff. Am Hof der Avari-Königin hatte sie die abwertenden Blicke nur allzu deutlich auf sich gespürt und genau gewusst, was die Avari von den Noldor hielten. Außerdem galt es, die von Elrond erteilte Aufgabe zu erfüllen: Sie musste herausfinden, was Vaicenya vorhatte. Also hatte sie den Kopf gesenkt gehalten und war der Dunkelelbin über die zerklüfteten Ebene Eregions bis ins Tal des Sirannon gefolgt.

Eine gewaltige Klippe ragte vor Córiel auf. Sie stieg hinter Vaicenya eine von Zwergen erbaute Treppe hinauf, gefangen zwischen zwei Bergflanken, die einen mit dunklem, grünlichen Wasser gefüllten See einrahmten. Beinahe senkrecht erhob sich die Felswand wie eine massive Mauer am gegenüberliegenden Ufer des Sees, der eine natürliche Verteidigungslinie gegen Eindringlinge bot. Das Wasser stand so hoch, dass es keinen Weg um den See herum gab, selbst wenn dies einmal der Fall gewesen sein mochte.
"Ich hoffe, es gibt einen Weg hinüber, ohne dass wir schwimmen müssen," sagte Córiel, als sie am westlichen Ufer des dunklen Sees angekommen war.
"Oh, sorge dich nicht, meine Liebe. Du wirst trockenen Fußes hinübergelangen. Doch zunächst muss der... Wegzoll entrichtet werden." Ein Lächeln lag auf Vaicenyas Lippen, das Córiel überhaupt nicht gefiel. Die Dunkelelbin nahm Córiels Bogen zur Hand und ließ sich einen Pfeil reichen. Diesen lehnte sie an ihr linkes Bein und legte den Bogen daneben. Dann zog sie eine kleine, silberne Flöte hervor, setzte das Intrument an die Lippen und brachte damit einen einzelnen Ton hervor, der deutlich lauter war, als Córiel erwartet hatte. Wie ein sich noch verstärkendes Echo hallte der Ton von den Steilwänden wider, bis er schließlich verklang.
Zunächst geschah nichts. Córiels Blick suchte das Wasser ab, doch bis auf eine leichte Bewegung auf der Oberfläche regte sich nichts in der dunklen FLüssigkeit.
Da fingen Córiels Ohren ein mahlendes Scharren auf, das von oberhalb des Ostufers zu kommen schien. Ihre scharfen Augen fanden rasch die Ursache: Weit oberhalb der Wasseroberfläche war eine Öffnung in der scheinbar glatten Felswand erschienen, als hätte jemand eine perfekt passende Felsplatte in die steinerne Wand eingesetzt und nun beiseitegeschoben. Eine hölzerne Konstruktion wurde aus der ungefähr zwei Meter hohen und breiten Öffnung herausgeschoben. Es schien sich um eine Art verstärkte Leiter zu handeln. Daran baumelte ein zappelndes Bündel. Als Córiel genauer hinsah, erkannte sie, dass das Bündel in Wahrheit eine in einem Netz gefangene Bergziege war. Das Fangnetz hing an einem kurzen Seil aus der Öffnung heraus, gertragen von der Holzkonstruktion. Weiter und weiter schob sich diese Leiter hervor, bis sich die Ziege direkt oberhalb des Wassers befand.
"Zeit, den Weg für uns freizumachen," kommentierte Vaicenya und hob den Bogen auf. Sie spannte den Pfeil auf die Sehne, zielte und durchschoss mit einem einzigen Schuss das Seil, an dem das Netz gehangen hatte. Mit einem furchtsamen Blöken stürzte die gefangene Ziege in die Tiefe und verschwand in den Tiefen des Sees. Das dunkle Wasser schlug Wellen, und dann durchbrach der Kopf der Ziege die Oberfläche, noch immer zappelnd und spritzend, ehe er wieder unterging. Noch zweimal gelang es dem Tier, irgendwie nach Luft zu schnappen, doch derweil hatte das Wasser ringsum unheilvoll zu brodeln begonnen. Córiel glaubte, eine Bewegung unterhalb der Wasseroberfläche zu erkennen. Das geopferte Tier wurde ruckartig in die Tiefe gezogen und hinterließ nur einige Luftbläschen, die zerplatzten als sich das Wasser wieder beruhigte. Bis auf einige kleinere Wellen, die auch nach mehreren Minuten nicht nachließen, kam der See wieder zum Stillstand.
Eine weitere Öffnung erschien ohne Vorwarnung in der Felswand, diesmal auf Bodenhöhe. Zwei gewaltige Torflügel aus massivem Stein schwangen auf, und Orks kamen heraus. Sie trugen ein einfaches, hölzernes Floß mit sich, das sie scheinbar unbekümmert zu Wasser ließen und mit langen Stangen und Rudern in gemächlichem Tempo auf das Westufer zusteuerten. Als sie bei Vaicenya angekommen waren, sprangen die Kreaturen an Land und gingen auf die Knie.
"Gebieterin," knurrte einer von ihnen. "Eure Ankunft ist unerwartet, aber..."
"Kein Aber. Bringt uns hinüber," unterbrach Vaicenya. "Ich bin in Eile."
Der Ork grunzte bestätigend und winkte sie an Bord des Floßes. Doch Córiel zögerte. Eine unnatürliche Furcht vor dem Wasser kroch ihr den Rücken hinauf.
"Komm, []lóssigil[/i]," forderte Vaicenya sie mit Wärme in der Stimme auf. "Es ist sicher. Der Wächter des Tores ist besänftigt und wird sich für einige Zeit nicht zeigen."
"Ist mit der Verdauung beschäftigt," msichte sich ein Ork grinsend ein. "Wenn man weiß, wie mit dieser übergroßen Kröte umzugehen ist, ist sie nicht mehr als der Wachhund unseres Meisters."
"Der Alte Mann ist weise. So viele von uns hat der Wächter einst verschlungen, doch jetzt arbeitet er für uns."
"Schweigt!" befahl Vaicenya. Sie nahm Córiels Hand und zog sie kurzerhand mit überraschender Kraft zu sich auf das Floß, das bedenklich schaukelte. Sofort stießen die Orks das Gefährt vom Ufer ab und beförderten es auf die andere Seite. Dort angekommen war Córiel die Erste, die an Land sprang. Rasch nahm sie Abstand vom Wasser.
"Sendet Boten an die Tiefenschmiede. Sie sollen genügend Wahrsilber für eine Speerspitze zusammentragen und zum Kommandoposten auf der Ostebene bringen. Sofort!" Vaicenya hatte bereits neue Befehle erteilt, und die Orks eilten davon, um sie auszuführen.

Sie kamen an das Felsentor, das noch immer offen stand. Dahinter lag ein großer Raum, in dem weitere Orks hockten und der von Fackeln erhellt wurde. Vorsichtig folgte Córiel Vaicenya über die Schwelle, und sofort verschlossen die Türhüter-Orks beide Flügel von innen. Eine gewaltige Treppe war im Fackelschein zu erkennen. Während sie Vaicenya die steilen Stufen hinauf folgte, fiel Córiel auf, dass hier, in den Minen von Moria, drei Schichten von Bauwerk aufeinander zu treffen schienen. Der Großteil war eindeutig von Zwergenhand gefertigt und in den Felsen geschlagen worden. Darüber lag eine Schicht, die vermutlich auf die Orks des Nebelgebirges zurückzuführen war. Die steinernen Konstruktionen der Zwerge waren durch Holzgerüste erweitert worden und Risse im Felsen hatte man mit Geröll aufgefüllt. Doch die dritte Ebene fiel Córiel am deutlichsten auf. Die Treppe, die sie hinaufstiegen, war mit dunklen Stahlplatten gerahmt worden, die alle paar Meter ein unverwechselbares Zeichen trugen: die Weiße Hand Sarumans. Je weiter sie in die Minen von Moria eindrangen, desto mehr Anzeichen für Sarumans feste Kontrolle über Moria sah Córiel. Einst brüchige und verfallene Steinkonstruktionen waren mit Metall repariert und gestützt worden. Massive Zahnräder beförderten Lasten die gewaltigen Abgründe Morias hinauf und hinab. Felsspalten waren mit Metallplatten überbrückt worden. Und die Hauptstraße, auf der sie sich im Augenblick offensichtlich befanden, war gut von Fackeln erhellt, die in metallenen Halterungen auf Kopfhöhe an den Wänden hingen. Es schien, als hätte Saruman die Infrastruktur Morias schlagartig verbessert. Sie kamen ohne Probleme voran.
Überall sah Córiel Orks, die äußerst beschäftigt wirkten. Sie eilten die Straße hinab oder bogen in einen der vielen Seitengänge ab, ohne dass es zu Zusammenstößen oder Streitigkeiten kam. Alle machten sie Vaicenya Platz und schienen Córiel kaum zu beachten. Niemanden schien es zu stören, dass hier zwei Elben durch das Herz eines Ork-Reiches spazierten. Aus den Tiefen erklangen Hammerschläge und Rauch stieg auf. Die Minen Morias schienen sich in eine gewaltige Kriegsschmiede verwandelt zu haben.

Vaicenya bog nach mehreren Stunden ohne Vorwarnung in einen Seitengang ab. Wenige Schritte weiter standen sie vor einer Tor aus schwarzem Holz, auf der wie beinahe überall die Weiße Hand prangte. Vaicenya trat vor und pochte dreimal gegen das Holz. Die Tür schwang nach innen auf, geöffnet von einer hochgewachsenen, muskulösen Gestalt. Bislang hatte Córiel ausschließlich die gekrümmten und beinahe auf allen Vieren gehenden Orks von Moria gesehen, doch hier stand nun eine Kreatur vor ihr, die zu Sarumans Uruk-hai gehörte: Aufrecht gehende, muskelbepackte Krieger. Durch den Sehschlitz des Helmes erspähte Córiel zwei gelbe Augen, die sie mit unverhohlener Abneigung musterten.
"Ah. Die Meisterin der Täuschung kehrt zurück. Wie laufen die Kriegsvorbereitungen im Westen?"
"Gut genug. Gib den Weg frei, Prâk."
"Warum denn so in Eile? Wen hast du da mitgebracht? Ein Spielzeug für die Grube etwa?"
Die Respektlosigkeit in der Stimme des Uruks brachte Córiel aus der Fassung. Bislang waren die Orks vor Vaicenya stets im Staub gekrochen. Doch Prâk teilte ihre Ergebenheit offensichtlich nicht. Ganz im Gegenteil.
"Wenn du sie auch nur falsch ansiehst, verlierst du deinen Kopf," zischte Vaicenya und schob den Uruk grob beiseite. "Sie gehört zu mir."
"So so, sie gehört zu dir. Nun, es schert mich nicht, wer dir dein Bett wärmt, Spitzohr. Der Raum ist unangetastet, wie angeordnet."
"Wenn dem nicht so wäre, würdest du dein Leben allzu bald verlieren," entgegnete Vaicenya und zog Córiel mit sich. Sie durchquerten einen weiteren Raum, in dem sich weitere Uruk-hai aufhielten, die ihnen jedoch keinerlei Beachtung schenkten. Offenbar handelte es sich bei diesem Ort um ein Quartier für die besser gestellten Diener Sarumans.
Vaicenya hielt vor einer weiteren Türe, die von zwei Fackeln erhellt wurde. Sie zog einen schwarzen Schlüssel hervor und schloss auf. Dahinter lag ein Zimmer, das auf Córiel einen durchaus gemütlichen Eindruck machte. Ein großes Bett stand im Zentrum und wurde nicht etwa vom flackendern Licht des Feuers erhellt, sondern von echtem Sonnenlicht, das durch einen Schacht schräg darauf fiel. Dieser Raum war so ziemlich das Letzte, was Córiel in den Minen von Moria erwartet hatte. Offensichtlich hatte Saruman dafür gesorgt, dass jene unter seinen Dienern, die er bevorzugte, selbst in Moria annehmliche Unterkünfte besaßen.
"Warte hier auf mich, Melvendë. Sicherlich bist du müde von der Reise. Ich werde mich derweil darum kümmern, dass du angemessen bewaffnet mit mir in den Goldenen Wald ziehen kannst. Ich kehre bald zurück - versuch' solange etwas Schlaf zu finden."
Damit verschwand Vaicenya aus dem Raum und ließ Córiel voller Fragen und Verwunderung zurück.
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