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Autor Thema: Taur Orthonn / Südliche Wälder Lothlóriens  (Gelesen 20642 mal)

Gnomi

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Taur Orthonn / Südliche Wälder Lothlóriens
« am: 22. Mär 2008, 18:00 »
Nîdanadhs Start

Langsam wurde es dunkel und selbst in dem elbischen Wald verdunkelte es sich.
Das war die Zeit in der Nîdanadh langsam sein Lager velries und sich in die Einsamkeit der weiten Wäldern Lothloriens aufmachte.
Aufrecht ging er alleine an den großen Bäumen vorbei. Viel zu lange war er nun hier schon in Lothlorien und hatte nichts gemacht. Warum war er überhaupt hierher gekommen?
Im Westen hätte er weiterhin Rache nehmen können, dort ga es immernoch viele vereinzelte Lager.
Doch es hieß, dass Lothlorien bald gegen eine weitaus größere Streitmacht von wilden Menschen und Orks kämpfen müsste. Er war nur her gekommen, um sich den wilden Menschen entgegenzustellen und sie zu töten.

Doch hier war niemand, niemand, an dem er seinen Rachedurst stillen konnte, niemand an dem er seinen Zorn auslassen konnte.
Er blieb vor einem Bach stehen und schaute auf die Seiten.
Irgendwo hörte er ein paar Tiere im Unterholz und über ihm zwitscherten noch ein paar Vögel.
Sehnsüchtig schaute er den Vögeln zu, wie sie anmutig und frei von allen Sorgen über den Himmel flogen...
Frei von Sorgen... Soweit Nîdanadh sich zurückerinnenr konnte gab es kaum Augenblicke in seinem Leben, wo er das von sich behaupten konnte. Doch jetzt war es zu spät, er würde nie frei sein können. Seine Vergangenheit würde ihn überall einholen. Für ihn gab es nur noch den Kampf.

Langsam zog er sein Schwert und sah sich die Scheide an.
Er hatte sie schon lange nicht mehr schärfen lassen.
Doch solange er weiterhin damit kämpfen konnte war es ihm nur Recht, dass sie nicht scharf war.
So konnte er seinen Feinden noch mehr Schmerzen zubereiten, die Kraft auch ein etwas unscharfes Schwert zu benutzen besaß er ja.
Nîdanadh lies ein paar Mal das Schwert durch die Luft schwingen und steckte es danach kopfschüttelnd wieder in seinen Gürtel.
Der Kampf würde noch viel zu lange auf sich warten lassen und wäre dann viel zu schnell vorbei.
Er schaute auf und erkannte, dass es nun schon deutlich dunkler war.
Wie lange war er hier gestanden? Er wusste es nicht mehr. Wie jedesmal, wenn seine Gedanken in der Vergangenheit schweiften verlor er vollständig jegliches Zeitgefühl.
Langsam ging er weiter den Fluss entlang.
Er machte sich keine Sorgen, dass er sich verirren könnte.
Er war schon oft hier im Wald unterwegs gewesen und hat bisher jedesmal zurück zu dem Zentrum von Lorien gefunden, auch wenn er öfters mehr, als einen ganzen Tag weg gewesen war.
« Letzte Änderung: 22. Feb 2018, 15:35 von Fine »

Khamul

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Re: Wälder Lothloriens
« Antwort #1 am: 23. Mär 2008, 23:14 »
Jutan und Gwilwileth vom Hohen Pass


Jutan war überwältigt von der Schönheit dieses Waldes. Die Bäume schienen makellos, und sie waren von reinstem Weiß. Er saß am hinteren Ende des Wagens von Gwilwileth, dem letzten im Trupp. Die Elbin schien ihn zu mögen, sie sah ihn wenigstens nicht so herablassend an wie die anderen Elben hier. Während dieser verhältnismäßig kurzen Reise hatte Jutan von Gwilwileth erfahren, dass die meisten Geschichten, die man sich in Rohan über Elben erzählte, nicht der Wahrheit entsprachen. Er hatte erfahren, dass Elben ihre Kinder nicht in der Wildnis aussetzten, doch irgendwie konnte er nicht so ganz glauben, dass sie wirkliche Gefühle zeigen könnten, so wie Menschen. Alle Elben hier wirkten so kalt und unnahbar auf ihn, sodass er sich nie traute, sie anzusprechen. Gwilwileth war die einzige, mit der er, wenn auch nicht so oft, reden konnte. Sie hatten einmal auf dem hohen Pass übernachtet, ein erneuter Angriff der Orks war nicht gekommen. Das war auch gut so, denn Gwilwileth hatte ihm doch angeboten, bei ihr den Schwertkampf zu lernen.
Ich hoffe nur, ich werde ihr kein allzu schlechter Schüler sein. Mit Pferden und dem Ackerbau kenne ich mich aus, mein Vater hat immer gesagt, ich wäre ein begabter Schwertkämpfer, doch Gwilwileth sagt, meine Fähigkeiten wären nur bescheiden. Es sieht wohl so aus, als wären Elben weitaus bessere Fechter als Menschen.
Er spürte ein unangenehmes Kribbeln an seiner Scham.
Die Natur ruft!
Ein Blick nach Unten verriet ihm, dass die Wagen auf einem Feldweg fuhren. Der Trupp war nicht besonders schnell, er würde sie wieder einholen! Das war alles noch besser, als wenn er mit einer angepinkelten Hose vor Gwilwileth stünde. Er sprang vom Wagen. Lange würde es sowieso nicht dauern!
Schnell sprang er vom Wagen und eilte hinter einige Büsche. Er lockerte den Gürtel, an dem er seine Schwertscheide angebracht hatte, und ließ seine Hose runter. Ein leichtes Gefühl der Erleichterung überkam ihn, während er das Wasser abließ. Eine Bewegung in den Büschen ließ ihn zu seinen Füßen hinunterblicken. Das war kein Busch, an den er gepinkelt hatte! Er sprang einen Schritt nach Hinten und riss sich seine Hose hoch. Schon im nächsten Moment kam ein Mann mit gezogenem Schwert aus dem Busch auf ihn zu. Er hatte lange Haare und einen Vollbart, ja, er sah seht verwildert aus, war daher mit Sicherheit kein Elb.
Mist! Da hab ich mir wieder was eingebrockt!
« Letzte Änderung: 10. Feb 2016, 23:36 von Fine »
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Vexor

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Re: Wälder Lothloriens
« Antwort #2 am: 23. Mär 2008, 23:35 »
Lothlórien, wie ich diesen Wald hasse. Diesen Hexenwald. Gwilwileth schauderte es, denn sie musste später noch vor Herrin Galadriel treten und ihre die Kunde Elronds überbringen.
Galadriel,... Ob sie immer noch so schön ist wie damals? So unahbar und weise? Ob sie immer noch aussah, wie sie? Wie Celebrían?
Galadriel und Celebrían ähnelten sich sehr und das war auch einer der Gründe, warum Gwilwileth Galadriel hasste und zugleich liebte, denn die Erinnerung an Celebrian fügte Gwilwileth immer wieder kleine Stiche zu.
Sie erinnerte sich an ihren letzten Besuch ihm Goldenen Wald und daran, wie Galadriel Gwilwileths Augen als einen endlosen See voller Kummer und Schmerz bezeichnet hatte.
Hab ich einen Fehler gemacht als ich diesen Jungen angeboten habe ihn zu trainieren? Ich bin eine Einzelgänger ich reise ungern zu zweit, noch kann ich gut mit anderen umgehen.
Gwilwileths Freundlichkeit waren nun endgültig von ihren Gesicht gewichen als sie von weiten Caras Galadhon erblickte. Ihr Herz schloss sie nun wieder in der Schatulle aus Eis ein. Der Herbst war auch in Lothlórien eingekehrt und Laub fiel Gwilwileth ins Gesicht.
Sie fuhr durch ihre rotblonden Haare und entfernte darin hängen gebliebene Laubblätter.
Sie band sich ihre Haare zu einen Pferdeschwanz zusammen.
Wie es hier riecht? Süßlich und doch milde Gerüche nahm sie war und als ihr der Geruch von Mos und Herbstlaub die Nase hinauf stieg fühlte sich Gwilwileth wohl und sie war wie benommen. Sie vergass alles um sie herum, die Angst vor der Begegnung mit Galadriel, die Gedanken an Jutan, und das Leid des ewigen Krieges fielen von ihr ab.
Sie wurde jedoch aus ihrer Trance gerissen, als ihre Nachtigall auf ihrer Schulter landete.
Gwilwileth brauchte ein paar Minuten um zu realisieren, wo sie war und mit einem Schlag kamen all ihre Gedanken zurück und die Sorglosikeit verlies Gwilwileth wieder.
Gwilwileth blickte sich um und so viele Gestalten die hastig umhergingen und Lager aufschlugen.
Was Gwilwileth aber erstaunte war die Anwesendheit von Menschen und Zwergen, denn im Gegensatz zu Imladris gewährte Herrin Galadriel ungern Eintritt in ihr Reich.
Das aber sogar Zwerge im Goldenen Wald beherbergt wurden traff Gwilwileth bitter, denn in ihren Studien über die Zeitalter hatte sie Erzählungen über den Fall von Doriath und über den Streit um das Nauglamí­r gelesen.
Obwohl Gwilwileth die Zwerge nicht hasste, so war sie aber auch kein Freund von ihnen und assoziierte sie doch immer mit Habgier und Rachsucht.
Welch seltsame Gestalten sich in den Wäldern Loriens tummeln. Hat Galadriels Weisheit sie nun doch verlassen, wie auch bei Curunír?
Gwilwileth nun nicht mehr auf die Fremdlinge achtend konzentrierte sich auf ihren Weg nach Caras Galadhon und ihr Gespräch mit Galadriel.


Gwilwileth nach Caras Galadhon
« Letzte Änderung: 22. Feb 2016, 09:46 von Fine »


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Gnomi

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Re: Wälder Lothloriens
« Antwort #3 am: 24. Mär 2008, 00:20 »
Nie wieder hinter einem Busch schlafen..., dachte Nîdanadh.
Mit gezogenem Schwert stand er vor dem Übeltäter, der ihn aufgeweckt hatte.
Überrascht bemerkte er, dass es sich nur um einen Jungen handelte.
Ein Menschenjunge hier ganz allein? Das kann nicht sein.
Doch was war es für ein Junge? War es einer der wilden Menschen? Oder war es einer aus dem Süden, der vor Sauron geflohen ist? Einer der Dunedain war es sicher nicht, der hätte ihn rechtzeitig entdeckt.

"He du",fuhr er barsch den Jungen an, immer noch das Schwert in der Hand. "Wer bist du und warum kannst du nicht mal etwas aufpassen? Jeder normale Junge hätte sofort bemerkt, dass er hier nicht seine Blase entleeren sollte..."
Da war sie wieder. Seine Vorurteile, gegenüber allen Menschen.
Natürlich war ihm klar, dass der Junge es mit keiner bösen Absicht getan hatte, doch das interessierte ihn gerade nicht im geringsten.

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Re: Wälder Lothloriens
« Antwort #4 am: 24. Mär 2008, 00:32 »
Jutan wusste nicht genau, was er sagen sollte.
Irgendwie muss ich ihn beruhigen...
"Entschulduge, ich hatte nicht gesehen, dass..."
Am Gesichtsausdruck des Mannes sah er schon, dass er das Falsche gesagt hatte.
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Re: Wälder Lothloriens
« Antwort #5 am: 24. Mär 2008, 11:17 »
Nîdanadh starrte den Jungen entgeistert an.
Entschuldige? Das war alles, was ihm einfiel?
So dumm konnten wirklich nur Menschen sein.

Jeder andere hätte sofort seinen Kopf verloren, doch dieser Junge war irgendwie anders.
Leise fuhr er den Jungen an: "Dir fällt also nichts wieter ein außer einem 'Entschuldigung'?
Außerdem hast du meine Fragen nciht beantwortet, beeil dich, ich habe schon aus geringeren Gründen getötet."

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Re: Wälder Lothloriens
« Antwort #6 am: 24. Mär 2008, 11:24 »
Der will mich wirklich umbringen!
Die Panik stieg in Jutan hoch, was sollte er jetzt tun? Zuallererst sollte er wohl die Frage des Mannes beantworten, ansonsten wäre er geliefert!
Schnell sagte er zu ihm: "Ich bin Jutan, Haleths Sohn. Ich bin ein Flüchtling aus Rohan, der nach Lorien gekommen ist, um im Kampf gegen den dunklen Gebieter mitzuhelfen..."
Jutan spürte, wie seine Hände feucht wurden. Hatte er wenigstens jetzt das Richtige gesagt?
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Re: Wälder Lothloriens
« Antwort #7 am: 24. Mär 2008, 11:32 »
Nîdanadh war erstaunt.
Aus Rohan?
Wenn das so weiter geht wird Lothlorien noch total übervölkert sein. Selbst Kinder asu Rohan wurden jetzt schon ohne Unannehmlichkeiten hier hereingelassen...

"Und was ist dein Grund, warum du gegen ihn kämpfen willst? Kein Kind in deinem Alter kämpft ohne irgendwelche Gründe gegen diese Schreckensgestalt, die meisten würden eher fliehen, anstatt zu kämpfen.
Wenn du die Wahrheit sagst dann bist du entweder sehr mutig oder sehr dumm."

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Re: Wälder Lothloriens
« Antwort #8 am: 24. Mär 2008, 13:12 »
Jetzt nur nicht in Tränen ausbrechen, fang nicht schon wieder an, loszuplärren wie ein kleines Kind...
Schon wieder! Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Tagen wurden die Bilder aus Helms Klamm in ihm aufgewühlt! er versuchte jedoch, sich nichts anmerken zu lassen. Noch einmal würde er sich nicht so gehen lassen!
Bemüht ruhig und so entschlossen wie möglich sagte Jutan: "Ich war dabei bei der Schlacht um Helms Klamm, mein Vater wurde dabei getötet. Als dann noch die Truppen Saurons in Rohan einmarschiert sind, sind meine Mutter und ich nach Bruchtal geflohen. Ich will jedoch nicht dabei zusehen, wie Sauron unsere Welt zerstört, ich..." Hilflos ballte er die Hand zur Faust.
Nein, lass dich nicht überwältigen, lass dich nicht überwältigen, halt es zurück, zeig keine Schwäche!
Er biss die Zähne zusammen, um nicht sofort loszuschreien und murmelte, eher zu sich selbst als zu seinem Gegenüber: "ich will es ihnen beiden vergelten, was sie uns Menschen angetan haben, Sauron und Saruman. Ich will kämpfend untergehen, anstatt mich feige zu verstecken."
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Re: Wälder Lothloriens
« Antwort #9 am: 24. Mär 2008, 13:57 »
Als Nîdnadh den Jungen so sprechen hörte zuckte er zusammen und sein wütender Gesichs nahm den üblichen traurigen Ausdruck weider an.
Dieser Junge hatte also auch nahe Angehörige verloren und kämpfte aus fast demselben Grund.
Während er dem Jungen zuhörte sah er in seinem inneren AUge die Bilder vorbeischwirren, die ihn nun seit Jahren verfolgten.
Als er das letzte mal Miluiwen sah... als er durch die Wildniss rannte und verzweifelt nach ihr suchte...als er  vond en Waldläufern befreit wurde und somit sein Leben gerettet worden war... An jedes Detail erinnerte er sich.
Es gab also doch auch noch andere Menschen, die ein ähnliches Schicksal wie seines hatten.
"Jutan...du bist der erste Mensch, von dem ich erfahren habe, dass sein Schicksal dem meinigen ähnelt.
Ich werde dir nichts tun, doch sage mir eins:
Wie kamst du hierher?
Von Bruchtal nach Lothlorien ist es ein weiter und harter Weg, das habe ich am eigenen Leib erfahren.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass du alleine hierher kamst."

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Re: Wälder Lothloriens
« Antwort #10 am: 24. Mär 2008, 14:50 »
Gleiches Schicksal? Was er wohl damit meint? Ich beantworte wohl lieber seine Frage, ansonsten wird er womöglich wieder so wütend wie gerade eben.
Jutans Wut von gerade eben war noch nicht vollständig verraucht, doch er musste trotzdem versuchen, ruhig zu bleiben.
Verdammt nochmal, ich bin kein Elb! Die können ihre Gefühle viel besser verstecken!
Er konzentrierte sich einen Moment lang. Er fühlte die Feuchtigkeit seiner Hände, roch den leicht säuerlichen Geruch von zu lange getragenen Kleidern, und hörte seinen eigenen Atem. Endlich verließ ihn die Wut! Er sagte: "Ich bin über den hohen Pass gekommen. In Bruchtal habe ich mich in einem Wagen, der zur Truppenversorgung nach Lorien sollte, versteckt, doch während der Reise über den hohen Pass wurde der Trupp von Orks angegriffen, und ich wurde entdeckt. Eine Elbin namens Gwilwileth nahm sich mir an. Wir waren in Richtung Caras Galadorn unterwegs, doch ich musste mal, und jetzt bin ich hier."
Es herrschte einen Moment lang Stille.
"Wie ist denn dein Name?"
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Re: Wälder Lothloriens
« Antwort #11 am: 24. Mär 2008, 17:51 »
"Name... was bedeuten schon Namen.
Namen sind vergänglich. Ich werde Nîdanadh genannt, wenn du das meinst.
Dieser Name wurde mir von den Waldläufern gegeben. Genauer will ich jetzt nicht darauf eingehen.
Was ist mit den Elben mit denen du hergekommen bist? Vermissen die dich nicht?"

Khamul

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Re: Wälder Lothloriens
« Antwort #12 am: 24. Mär 2008, 19:14 »
"Warum sollten sie? Ich bin doch keine fünf Minuten weg. Als ich vom letzten Wagen abgesprungen bin, hat mich keiner gesehen... Mist! Ich muss ja zurück, ansonsten komme ich nicht nach Caras Galadorn!"
Schnell wandte er sich wieder ab, als er an der Straße angekommen war, hielt er jedoch kurz inne und blickte sich noch einmal um. Nîdanadh stand noch immer da, der Blick des Mannes wirkte irgendwie traurig.
Jetzt weiß ich erst wieder nicht, warum ich ein ähnliches Schicksal haben soll als er... Egal, ich muss zuerst die Wagen einholen, sonst komme ich nicht in die Elbenstadt!
Jutan begann, zu rennen. Nach wenigen Metern schweifte die Straße leicht nach Links ab, und dann sah er sie, die weißen Mallorn-Bäume von Caras Galadorn.
Nein! Ich bin zu spät!
Jutan rannte weiter den Weg entlang, wollte zwischen den Bäumen hindurch zur Stadt, doch plötzlich traten ihm zwei Elben in den Weg. Einer ihn fragte ihn: "Wo willst du hin?"
Jutan sah den Elb genau an. Er hatte langes blondes Haar und ein rundes, gleichmäßiges Gesicht. Alles an ihm schien perfekt, bis auf seine Augen... Diese waren hellblau und so kalt wie Eis, ohne jegliche Regung der Gefühle, ohne jegliches Feuer des Temperaments.
Er fragte den Wächrer höflich: "Ist hier vor kurzem ein Wagenzug aus Bruchtal angekommen?"
Der Elb erwiderte kalt und tonlos: "Vor wenigen Minuten passierten einige Wagen aus Imladris dieses Tor"
Was ist denn Imladris? Die Bezeichnung der Elben für Bruchtal?
"Ich gehöre zu diesen Wagen hinzu..."
Der Wächter zeigte keine Regung.
Glaubt er mir nicht? Ein Mensch würde mich verspotten, wenn er mir nicht glauben würde! Was macht ein Elb?
Endlich gab der Elb einige Wörter von sich, doch diese erfreuten ihn nicht: "Es tut mir leid, es ist nur Elben erlaubt, Caras Galdorn zu betreten."
"Fragt nach Gwilwileth. Sie kann es bestätigen..."
"Ich werde keine Ausnahme machen", unterbrach der Wächter Jutan, aber in irgendeiner ruhigen weise, die er noch nie zuvor erlebt hatte. So höflich war ihm noch nie jemand ins Wort gefallen.
Noch immer war keine Regung in seinen Augen oder im Gesicht des Wächters zu erkennen, die auf etwas zu schließen ließe. Jutan sah ein, dass es zwecklos war, es hier weiter zu versuchen. Er musste wohl oder übel im Wald übernachten, denn es dämmerte schon. Ohne die beiden Elben eines weiteren Blickes zu würdigen ging er aufrecht den Weg, den der gekommen war, zurück.
Gwilwileth wird mich sicher suchen. Ich werde am Rand des Weges bleiben, sodass sie mich einfacher finden kann.
Irgendwie wollte Jutan jedoch die Nacht über nicht alleine sein. Da war ja noch Nîdanadh! Wenn er noch immer dort war, wo Jutan ihn eben verlassen hatte, waren sie beide wenigstens nicht alleine!
« Letzte Änderung: 24. Mär 2008, 22:37 von Khamul the ugly Easterling »
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Re: Wälder Lothloriens
« Antwort #13 am: 24. Mär 2008, 21:36 »
Nachdem der Rohanjunge ihn verlassen hatte drehte sich Nîdanadh um.
Er wusste, dass in der Nähe ein kleiner See war, dessen Wasser nicht verhext waren.

Nachdem er sich den Geruch und die unangenehme Dusche von Jutan beseitigt hatte überlegte er, was er tun sollte. Seine Kleidung war noch nass, aber das machte ihm nichts aus.
Schlafen würde er nicht, er hatte den halben Tag geschlafen, die Nacht würde er wach bleiben.
Schlaf...wer braucht das schon.
Mit triefender Kleidung setzte er sich an einen Baumstamm und schaute gen Himmel - oder besser dahin, wo der Himmel wäre, wenn die Bäume ihn nicht verdecken würden.
Dieser Junge von vorhin...Jutan. Es war der erste Mensch, den er als Mensch akzeptierte, seit er von Bree verstoßen worden war. Als Mensch, der auch emotionale Stimmungen entwickeln kann...
Gerade als Nîdanadh begann vollständig in seinen Gedanken zu versinken hörte er auf einmal die Stimme von Jutan.
"Nîdanadh, da bist du, ich habe dich schon gesucht.
Ich kam nicht mehr rechtzeitig in die Stadt und dan habe ich dich gesucht, damit ich nicht ganz alleine bin."
Nîdanadh musste zum ersten Mal seit langem lächeln, als er den Jungen so vor sich sah.
"Ich bin die Nacht über immer hier draußen alleine.
Aber Probleme hatte ich noch nie, aber ich kann verstehen, dass andere gerne Gesellschaft haben, auch wenn ich dir gleich sage: Die beste Gesellschaft bin ich nicht gerade."
Doch er rutschte ein bisschen zur Seite, sodass neben ihm genug Platz war, dass sich der Junge setzen konnte.

Khamul

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Re: Wälder Lothloriens
« Antwort #14 am: 24. Mär 2008, 21:51 »
Lange saßen die Beiden wortlos nebeneinander. Nîdanadh hatte Recht behalten, er war wirklich keine so gute Gesellschaft.
Immerhin ist es besser, als alleine im Wald zu sitzen!
Jutan blickte zu dem Menschen. Seine Augen blickten traurig in den See. Irgend etwas schien ihn zu bedrücken.
An was er wohl denkt? Sicher an dieses Schicksal, dass ähnlich wie meines sein soll.
Wird es wohl gut gehen, wenn ich ihn danach frage?
Nein, ich sollte es nicht so direkt machen...

Er fasste sich ein Herz und fragte ein wenig scheu: "Nîdanadh? An was denkst du gerade?"
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